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Gertrud Ritter erhält Stadtplakette - höchste Dattelner Auszeichnung
Bürgermeister Wolfgang Werner überreicht die Stadtplakette an Gertrud Ritter

Datteln, 14. Mai 2009: Gertrud Ritter ist gestern Abend im Hermann-Grochtmann-Museum mit der Stadtplakette ausgezeichnet worden. Bürgermeister Wolfgang Werner überreichte der Vorsitzenden des Plattdeutschen Sprach- und Heimatvereins die höchste Dattelner Auszeichnung für ihre Verdienste in der Heimatpflege. Am 21. Januar dieses Jahres hatte der Rat die Vergabe an Gertrud Ritter beschlossen.

Dass diese Auszeichnung etwas Besonderes ist, ist daran abzulesen, dass sie vor 16 Jahren, also 1993 zum letzten Mal verliehen worden ist: an Sybille Hahne und Schwester Lieselotte Feldtmann. Die Stadtplakette wird für besondere Verdienste um die Stadt verliehen. Mit ihr können gleichzeitig höchstens zehn lebende Persönlichkeiten ausgezeichnet werden.

Bürgermeister Wolfgang Werner lobte Gertrud Ritter in seiner Laudatio als „überaus würdige Trägerin“, als eine, die mit dieser Stadt verbunden sei. Und die zu dieser Stadt gehöre wie kaum eine andere: „Ich hoffe, im Sinne von Frau Ritter zu sprechen, wenn ich mir wünsche, dass dieses Beispiel Ansporn ist für viele andere, sich couragiert für das Wohl dieser Stadt zu engagieren“, ergänzte er.

"Schon fast sprichwörtliche Bescheidenheit"

Weiter hob er Gertrud Ritter als „hilfsbereit und entgegenkommend“ hervor. Sie habe die Stadtplakette mehr als verdient. Dabei habe sie sich diese Ehrung erarbeitet, ohne je darauf hingearbeitet zu haben. „Und ich freue mich sehr darüber, dass sie die Stadtplakette trotz ihrer schon fast sprichwörtlichen Bescheidenheit annehmen möchte“, sagte der Bürgermeister weiter.

Gertrud Ritter hat den wissenschaftlichen Beweis dafür erbracht, dass die ältesten Guss-Stahlglocken der Welt im Hermann-Grochtmann-Museum hängen. Sie hat unzählige Berichte, Aufsätze und Buchbeiträge verfasst: Im aktuellen Vestischen Kalender schreibt sie darüber, wie sich die uralte Bauerschaft Meckinghoven zum Industriegebiet entwickelt hat – der Stadtteil, in dem sie selbst aufgewachsen ist und die Hindenburgschule besucht hat, die heute Böckenheckschule heißt.

Seit mehr als zwei Jahrzehnten Vorsitzende des Plattdeutschen Sprach- und Heimatvereins

1980 hatte sie den Kurs „Plattdeutsch“ an unserer VHS belegt. Daraus entwickelte sich der heutige Plattdeutsche Sprach- und Heimatverein – an dessen Neugründung Gertrud Ritter 1984 entscheidend mitgewirkt hat. Sie leitet ihn nun schon seit mehr als zwei Jahrzehnten – als Vorsitzende von 108 Mitgliedern. In der Denkmalpflege hat sie das Gesicht ihrer Stadt immer wieder mitgestaltet und hat mit dem Plattdeutschen Sprach- und Heimatverein 20 historische Zeittafeln im Stadtgebiet angebracht.

Dass das Hermann-Grochtmann-Museum so gut dasteht wie heute, ist unter anderem Gertrud Ritter zu verdanken. Seit der Neueröffnung im Jahre 1988 hat sie sich unermüdlich für die Sammlung des Museums eingesetzt. Sie hat das kulturelle Veranstaltungsprogramm des Museums außerdem mit vielen interessanten Beiträgen ergänzt. Bei der Organisation der Gedächtnisveranstaltungen zur Pogromnacht hat sie mitgewirkt und so dazu beigetragen, dass sich die Dattelner auch der schlimmsten Stunden der deutschen Geschichte erinnern, damit sich diese Fehler nicht wiederholen. Auch das ist Heimatpflege.

Autorin und Herausgeber der Dattelner Hefte

Nicht zu vergessen auch ihre Autoren- und Herausgeberschaft bei mittlerweile zehn Dattelner Heften, die sie mit dem Plattdeutschen Sprach- und Heimatverein veröffentlicht hat. Zuletzt erschien Band 10: „Zur Geschichte der Friedenskirche am Schiffshebewerk“, den sie zusammen mit Theodor Beckmann verfasst hat.

Seit vielen Jahren engagiert sich Gertrud Ritter im Arbeitskreis der Vestischen Geschichtsvereine, hat viele Jahre bei der VHS-Geschichtswerkstatt mitgewirkt und am „Historischen Stadtführer“ mitgeschrieben – der heute mehr denn je als „historisch“ zu gelten hat, weil eine Neuauflage schon seit Längerem aus Kostengründen auf Eis liegt. Quasi nebenbei hat Gertrud Ritter immer wieder Anstöße gegeben, um die Sammlung des Stadtarchivs zu erweitern.

Gertrud Ritter hat auch permanent den Erhalt und die Pflege der Plattdeutschen Sprache aktiv gefördert. Zum Beispiel, indem sie Texte in Plattdeutsch herausgegeben oder Vorlesewettbewerbe organisiert hat.

Alle Träger der Stadtplakette auf einen Blick:

1974: Pfarrer Emanuel Wethmar (verstorben: 17.2.1998)
1978: Heinrich Speeck (verstorben: 25.12.1995)
1983: Dr. med. Georg Toschke (verstorben: 21.12.1988)
1989: Walter Sauer (verstorben: 5.7.1991)
1993: Lieselotte Feldtmann
1993: Sybille Hahne