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André Dora gedenkt der Opfer der Pogromnacht von 1938
Das Bild zeigt Bürgermeister André Dora, der vor dem Sitzungssaal anlässlich der Pogromnacht eine Kerze entzündet.

9.11.2020 - Als Mahnung, den Anfängen immer wieder aufs Neue zu wehren, hat Bürgermeister André Dora heute anlässlich der Pogromnacht von 1938 an die Millionen Opfer dieser menschenverachtenden Zeit gedacht. Eine Gedenkstunde wie in den Vorjahren fand wegen der Corona-Pandemie nicht statt.

Das Bild links zeigt Bürgermeister André Dora, der vor dem Sitzungssaal anlässlich der Pogromnacht eine Kerze entzündet.

Die Reichspogromnacht vom 9. November 1938, die auch als Reichskristallnacht bekannt wurde, hat sich tief in unserer Gedächtnis eingebrannt. Sie war Folge und zugleich sichtbares Zeichen für staatlich tolerierten und provozierten Antisemitismus. Jüdische Geschäfte und Gotteshäuser wurden in Brand gesetzt. In Datteln fand die Reichsporgromnacht übrigens erst in der Nacht vom 10. auf den 11. November 1938 statt. 

Das Bild zeigt das Haus der jüdischen Familie Hecht um 1903.

Das Bild rechts zeigt das Haus der jüdischen Familie Hecht um 1903.

Die Pogromnacht war eine Hasswelle, die auf besondere Weise legitimiert schien und sich wohl deshalb ungehemmt Bahn brach. Sie machte den Weg frei für den folgenschwersten Völkermord in der Geschichte der Menschheit.

Sie war aber "weder Ursache noch Anlaß für die Ausschaltung der Juden aus der Wirtschaft, sondern sie beschleunigte und radikalisiete nur die bereits begonnene Entwicklung", schreiben Theodor Beckmann und Thomas Marten in dem Buch "Juden in Datteln", das 1988 von der Geschichtswerkstatt der VHS Datteln herausgegeben worden ist. "Denn dem seit April 1938 verstärkten Druck der Partei auf die Ausschaltung der Juden aus der Wirtschaft wäre auch ohne Reichskristallnacht der Erfolg nicht versagt geblieben, wenn man dafür auch eine längere Zeitspanne benötigte."