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Drei Personen stehen an der Haltestelle "Datteln Postamt" und stellen das Projekt "Mobil ohne Auto" vor.
Stellten das Projekt "Mobil ohne Auto" vor, für das der Seniorenbeirat der Stadt Datteln den Anstoß gegeben hat (v. l.): Michael Feller (Geschäftsführer der Vestischen Straßenbahnen GmbH), Heike Feller (Vorsitzende des Seniorenbeirats) und Bürgermeister André Dora.

Führerschein abgeben und kostenlos mit dem ÖPNV fahren: Aktion „Mobil ohne Auto“ in Datteln gestartet – Seniorenbeirat gab Anstoß

Wer im Alter freiwillig auf seinen Führerschein verzichtet, erhält in Datteln kostenlos für drei Monate ein „DeutschlandTicket“. Mit der Aktion „Mobil ohne Auto“ möchten die Stadt Datteln und die Vestische Senior*innen zum Umstieg auf den ÖPNV bewegen.

Volle Straßen, Staus, Drängeln, Hupen und dann auch noch die Parkplatzsuche: Das kann im Alter nicht nur stressig sein, sondern manche Autofahrende in schwierige Situationen bringen. Als sichere Alternative bieten sich die Busse der Vestischen an, die in Kooperation mit der Stadt Datteln seit 2018 ein Ticket beim Tausch gegen die Fahrerlaubnis bietet. Erhielten die Teilnehmenden bislang für drei Monate ein kostenloses Ticket2000 nur für ihre Stadt, so erhalten sie nun ein DeutschlandTicket, das grenzenlose Mobilität im gesamten deutschen ÖPNV bietet.

„Wer sich beim Autofahren nicht mehr sicher fühlt im Straßenverkehr, macht alles richtig, wenn er seinen Führerschein abgibt“, betont Bürgermeister André Dora. „Deshalb ist diese Aktion so wichtig, weil wir den Bürger*innen so einen kleinen Anreiz zum Umstieg bieten. Ich freue mich sehr, dass der Seniorenbeirat mit seinem Antrag den Anstoß zu diesem Projekt gegeben hat. Und es wäre klasse, wenn alle, die sich unsicher fühlen, einen Moment darüber nachdenken, ob sie ihren Führerschein abgeben möchten.“

Auch die Vestische unterstützt das Projekt ausdrücklich. „Den Führerschein freiwillig abzugeben, ist sicher kein einfacher, aber ein sehr verantwortungsvoller und vorbildlicher Schritt“, sagt Vestische-Geschäftsführer Michael Feller. „Wichtig ist, dass die Menschen weiterhin mobil bleiben. Das DeutschlandTicket bietet dafür optimale Möglichkeiten – nicht nur in der eigenen Stadt, sondern im gesamten Nahverkehr in Deutschland.“

Teilhabe am öffentlichen Leben erhalten

Die Stadtverwaltung Datteln verfolgt mit der Umsetzung des Projekts eines der Hauptziele der Seniorenarbeit, nämlich die Förderung eines möglichst langen, selbstbestimmten und würdevollen Lebens im Alter. Durch die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs kann die Teilhabe am öffentlichen Leben erhalten werden.

Keine Altersbeschränkung

Eine Altersbeschränkung für die freiwillige Abgabe des Führerscheins gibt es nicht. Interessierte gehen mit ihrer Fahrerlaubnis und ihrem Personalausweis oder Reisepass zum Bürgerbüro im Rathaus. Dort erhalten sie im Gegenzug einen Gutschein der Vestischen, den sie in einem Kunden-Center der Vestischen oder per Post gegen das „DeutschlandTicket“ eintauschen können. Wichtig: Die Abgabe des Führerscheins ist endgültig!

Angebot für Abo im Anschluss

Im Anschluss an das dreimonatige kostenfreie Abonnement erhalten Kund*innen von der Vestischen ein Angebot zur Verlängerung zu den üblichen Konditionen. Das Abo kostet 63 Euro im Monat und ist monatlich kündbar. Das Ticket ist digital oder als Chipkarte erhältlich. Außerdem gibt es verschiedene Upgrade-Optionen (Fahrradmitnahme und 1. Klasse).

Infoflyer & Kontakt

Über weitere Details und Kontakte informiert die Vestische in einem Flyer, der in den Kunden-Centern, Verkaufsstellen und im Bürgerbüro der Stadt Datteln ausliegt. Außerdem ist er beim Seniorenbeirat der Stadt Datteln erhältlich und steht auf der Internetseite der Stadt Datteln zum Herunterladen bereit.

Weitere Informationen erhalten Sie außerdem telefonisch bei Florian Horstick (Fachdienstleiter Soziales) unter 02363/107–270.

„Mobil ohne Auto“ ist 2016 als Pilotprojekt gestartet

Die Aktion „Mobil ohne Auto“ startete 2016 als Pilotprojekt in Gladbeck. Es folgten Recklinghausen, Dorsten, Herten, Marl und Oer-Erkenschwick. Seit Beginn haben rund 800 Senior*innen das Angebot in Anspruch genommen; 240 davon haben im Anschluss ein Abonnement abschlossen (Stand: Januar 2026).