Stolperstein soll an Dattelner Peter Jakob Theisen erinnern: Künstler Gunter Demnig setzt Dienstag Mahnmal im Hötting
Der Künstler Gunter Demnig verlegt am Dienstag, 27. Januar 2026, ab 12 Uhr einen Stolperstein, der an Leben und Schicksal des Dattelners Peter Jakob Theisen erinnern soll. Der Stolperstein wird vor seinem ehemaligen Wohnort – An der Mühle 1a (Hötting) – verlegt. Er macht erneut ein individuelles Opfer der nationalsozialistischen Verfolgungs- und Vernichtungspolitik im öffentlichen Raum in Datteln sichtbar. Neben einem Angehörigen von Peter Jakob Theisen wird Bürgermeister André Dora im Rahmen der Veranstaltung Worte an die Anwesenden richten.
Seit 1995 erinnert der Künstler Gunter Demnig an die Opfer des Nationalsozialismus, indem er vor ihrem letzten selbst gewählten Wohnort kleine Gedenktafeln aus Messing in den Boden einlässt. Über 107.000 Stolpersteine liegen in fast 1.900 Kommunen Deutschlands und in 30 Ländern Europas – in Datteln bislang 20. Sie alle sind Teil des größten dezentralen Mahnmals der Welt.
Peter Jakob Theisen wurde 1907 in Püttlingen geboren und zog als Kind mit seiner Familie nach Datteln. Aufgrund seiner Epilepsie-Erkrankung wurde Peter Jakob Theisen im nationalsozialistischen System als „minderwertiges Leben“ stigmatisiert. Peter Jakob Theisen wurde am 13. August 1942 in der Landesheilanstalt Eichberg ermordet.
Das Foto zeigt die vier Stolpersteine an der Marktstraße 5, die an Karl, Jenny, Ruth und Hanna Ilse Löwenberg erinnern.
Die Patenschaft für den Stolperstein hat die VHS im Dorfschultenhof übernommen. Die VHS sieht diese Veranstaltung als Teil ihres bildungspolitischen Auftrags. Ziel ist es, an Opfer nationalsozialistischer Gewalt zu erinnern, lokale Geschichte sichtbar zu machen und einen Beitrag zur historisch-politischen Bildung und zur Stärkung demokratischer Werte zu leisten. Die Stolperstein-Verlegung ist eingebettet in weitere Bildungsangebote der VHS, die sich mit Erinnerungskultur und der Geschichte des Nationalsozialismus in Datteln befassen.