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Bild mit dem Text "100 Prozent Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus"

Internationale Wochen gegen Rassismus 2026

Datteln beteiligt sich zum fünften Mal

Zum fünften Mal beteiligt sich die Stadt Datteln an den „Internationalen Wochen gegen Rassismus“, die vom 16. bis 29. März 2026 an verschiedenen Orten in unserer Stadt stattfinden. Aktionen und Veranstaltungen steuern die Musikschule, die Offene Kinder- und Jugendarbeit, die Stadtbücherei und die VHS im Dorfschultenhof bei. Außerdem beteiligen sich wieder die Dattelner Omas gegen Rechts.

„Ich wünsche mir sehr, dass irgendwann alle Menschen gleichbehandelt werden – also unabhängig von ihrer Herkunft, ihrer Religion oder ihrem Hautton“, sagt Bürgermeister André Dora, „aber noch müssen wir uns für eine gerechte und inklusive Gesellschaft einsetzen. Die ,Internationalen Wochen gegen Rassismus‘ sind dafür eine gute Gelegenheit. Lassen Sie uns gemeinsam für Vielfalt und gegen Diskriminierung eintreten. Mein großer Dank geht an alle, die sich für diese Woche engagieren, sei es ehrenamtlich oder während ihrer Arbeitszeit.“

Im städtischen Familienzentrum Kanello finden vom 16. bis 20.3. unter dem Motto „Wir gehören alle dazu!“ täglich verschiedene Angebote statt – unter anderem werden Geschichten vorgelesen, Selbstporträts erstellt und es gibt ein internationales Frühstück. Mit den Kindern wird das Motto immer wieder mit dem Lied „Wir sind Kinder einer Welt“ von Armin Weisshaar aufgegriffen. 

Das städtische Familienzentrum ARTIKUS möchte ein Video für Instagram erstellen, in dem einzelne Personen Schlagwörter zum Thema „Gegen Rassismus“ hochhalten. Zusätzlich übt das ARTIKUS-Team mit den Kindern das Lied „Alle Kinder haben Träume“, um es als festes Ritual im Projekt „Reise um die Welt“ zu integrieren.

12.3.2026: Theaterstück „Meins Meins Deins“ (GESCHLOSSENE VERANSTALTUNG)

Die Offene Kinder- und Jugendarbeit der Stadt Datteln veranstaltet im Rahmen der Wochen gegen Rassismus im Jugendzentrum JaM eine geschlossene Theateraufführung für Grundschulkinder der Böckenheckschule. „Meins Meins Deins“ ist ein präventives Musiktheater zu Empathie und Integration, das für Kinder der 1. bis 4. Klasse geeignet ist. Es spielt das Achja!-Theater (ein Kindertourneetheater) aus Witten.

Zum Inhalt: Raya versteht die Welt nicht mehr. In ihrer alten Heimat war ihr Papa doch ein hochangesehener Baumeister, der Häuser baute – hoch wie Wolken und Paläste – prachtvoll wie die Sonne. Weshalb darf er das im neuen Königreich von Prinz Törtchen nicht mehr? Als Papa krank wird und Rayas Magen besonders doll knurrt, macht sie sich auf den Weg in den Palast und stellt Prinz Törtchen zur Rede. Ob er ihr weiterhelfen kann, erfahren die jungen Zuschauer*innen in dieser bunten Torten- äh … Theatergeschichte über viele kleine Törtchen, Empathie und stinkige Prinzensocken.

Weitere Informationen auf der Seite des Achja!-Theaters

Termin: Donnerstag, 12. März 2026, 10.30 Uhr
Ort: JaM, Böckenheckstraße 3
Eintritt: GESCHLOSSENE VERANSTALTUNG
Veranstalterin: Offene Kinder- und Jugendarbeit

16.3.2026: Stolpersteine – Eine besondere Führung durch unsere Stadt

Seit 1995 erinnert der Künstler Gunter Demnig an die Opfer des Nationalsozialismus, indem er vor ihrem letzten selbst gewählten Wohnort kleine Gedenktafeln aus Messing in den Boden einlässt. Mittlerweile liegen über 107.000 Stolpersteine in fast 1.900 Kommunen Deutschlands und in 30 Ländern Europas. Die quadratischen Messingtafeln mit den abgerundeten Ecken und Kanten werden ausschließlich in Handarbeit hergestellt, sie sind mit von Hand eingeschlagenen Lettern beschriftet. Sie geben dem Schrecken der NS-Zeit ein persönliches Gesicht, indem sie Namen und Schicksale der Menschen nennen, die verfolgt, vertrieben, deportiert oder/und ermordet wurden.

21 Stolpersteine gibt es in Datteln. Auch sie sind Teil des größten dezentralen Mahnmals der Welt. Bei dieser Führung mit Theodor Beckmann (Vorsitzender des Plattdeutschen Sprach- und Heimatvereins Datteln 1922) erfahren die Teilnehmer*innen Geschichte und Geschichten zu den Messingsteinen und zu den Menschen, für die sie verlegt wurden.

Termin: Montag, 16. März 2026, 17.30 bis 19.00 Uhr
Treffpunkt: VHS im Dorfschultenhof, Genthiner Straße 7
Eintritt: frei
Veranstalterin: VHS im Dorfschultenhof in Kooperation mit dem Plattdeutschen Sprach- und Heimatverein Datteln 1922 e. V.

16.3.2026: Zusammen Fastenbrechen

Die VHS und die Moscheegemeinde Datteln laden herzlich zum gemeinsamen Fastenbrechen ein. Die Teilnehmer*innen erhalten nicht nur die Gelegenheit, zusammenzukommen und gemeinsam zu speisen, sondern erfahren bei einer Moscheeführung auch mehr über den Islam und die Bedeutung des Ramadans. Sie genießen traditionelle kulinarische Köstlichkeiten und tauschen sich mit den Gemeindemitgliedern über kulturelle Vielfalt und Gemeinschaft aus. 

Aus organisatorischen Gründen ist eine Anmeldung erforderlich.

Termin: Montag, 16. März 2026, 18 bis 21 Uhr
Ort: Orhan Gazi Moschee, Südring 155
Eintritt: gebührenfrei, Anmeldung erforderlich bis 9.3.2026online, telefonisch unter 02363/107-412 oder persönlich zu den Öffnungszeiten (Mo bis Fr von 9 bis 12 Uhr) im Dorfschultenhof.
Veranstalterin: VHS im Dorfschultenhof, Genthiner Straße 7
(Diese Veranstaltung wurde kurzfristig ins Programm genommen, deshalb ist sie nicht im offiziellen Flyer enthalten)

17.3. bis 28.3.2026: Aktion „Beim Namen nennen“ in der Stadtbücherei,

„Es geht immer um Menschen, jede*n Einzelnen, nicht um Zahlen. Sie alle haben einen Namen und eine individuelle Geschichte. Sie alle haben Freunde, Verwandte, ein ganzes Leben.“

In diesem Sinne führen die Omas gegen Rechts die Aktion „Beim Namen nennen“ von auf der Flucht verstorbenen Geflüchteten in Kooperation mit der Gemeinde der Reinoldikirche Dortmund fort.

Aktionszeitraum: 17.3. bis 28.3.2026 (zu den Öffnungszeiten der Stadtbücherei)
Ort: Stadtbücherei, Kolpingstraße 1
Eintritt: frei
Veranstalterin: Omas gegen Rechts Datteln

18.3.2026: Orte der Demokratie in Datteln: kein Platz für Rassismus - ein Stadtspaziergang

In Datteln finden wir viele Orte, die für Demokratie stehen, an denen demokratisch gehandelt wird, wo kein Platz für Rassismus ist und sein darf. Jeden Tag und ganz nah am wirklichen Leben lässt sich verfassungsgemäße Ordnung im besten Sinne nachvollziehen. Die Teilnehmer*innen können sich bei diesem Stadtrundgang mit Rosemarie Schloßer (ehemalige Leiterin der VHS Datteln) davon überzeugen lassen, wie viel Demokratie tatsächlich drin ist in unserer Stadt.

Termin: Mittwoch, 18. März 2026, 17.30 bis 19.00 Uhr
Treffpunkt: Dorfschultenhof, Genthiner Straße 7
Eintritt: frei
Veranstalterin: VHS im Dorfschultenhof, Genthiner Straße 7

19.3.2026: „Zeichen gegen Rassismus“: Konzert der Stipendiat*innen der Musikschule

Mit passenden musikalischen Beiträgen und einer vorgetragenen Geschichte setzen die Stipendiat*innen der Musikschule ein Zeichen gegen Rassismus. Als Sprachrohr für Vielfalt und Toleranz soll die Kombination von Musik und Text ein kraftvolles Signal für Solidarität setzen. Ein Beitrag, der mehr ist als Musik. Er soll eine vereinte Stimme gegen Vorurteile und für eine inklusive Gesellschaft sein.

Termin: Donnerstag, 19. März 2026, 17.30 Uhr
Ort: Musikschule, Raum DE-8, Mozartstraße 1
Eintritt: frei
Veranstalterin: Musikschule der Stadt Datteln

19.3.2026: Typisch deutsch - typisch türkisch? Der Film Almanya - Willkommen in Deutschland (2011) als Beispiel einer deutsch-türkischen Familiengeschichte

„Was sind wir denn jetzt? Türken oder Deutsche?“, fragt der junge Cem seine Eltern, während er zu verstehen versucht, warum die Erwachsenen in seiner Familie darüber diskutieren, ob sie „typisch türkisch“ oder „typisch deutsch“ seien.

Der Film wurde von den Regisseurinnen und Schwestern Yasemin und Nesrin Şamdereli realisiert. Er versteht sich als eine Sammlung unterschiedlicher Familiengeschichten, die sie aus ihrem eigenen Umfeld sowie aus Gesprächen mit Menschen ähnlicher kultureller Herkunft zusammengetragen und filmisch umgesetzt haben. 

Im Film werden verschiedene Aspekte identitärer Entwicklung, insbesondere von Menschen aus Familien mit Migrationsgeschichte, auf humorvolle Weise erzählt und dargestellt. Dr. Hilal Keskin geht es in ihrem Vortrag darum, anhand ausgewählter Filmausschnitte kulturelle Aspekte und die Darstellung deutsch-türkischer Familien zu analysieren. Dabei zieht sie inter- und transkulturelle Konzepte heran und diskutiert in diesem Kontext Fragen nach Kulturalitätsprozessen und identitären Entwicklungen.

Termin: Donnerstag, 19. März 2026, 18.00 bis 19.00 Uhr
Ort: VHS im Dorfschultenhof, Dachsaal, Genthiner Straße 7
Eintritt: frei
Veranstalterin: VHS im Dorfschultenhof

19.3.2026: Lesung: „Was vom gelobten Land blieb“

„Dieser Garten direkt vor ihrer Terrassentür ist für sie im Laufe der Jahre die Heimat geworden, die sie vor langer Zeit verlassen hat. Hier in Deutschland ist vieles anders; die Sonne scheint nicht so oft, es blühen andere Blumen und es wächst anderes Gemüse. Das Wasser schmeckt und sogar die Luft riecht anders, nur die Erde nicht. Diese Erde in ihrem Garten riecht genauso wie die in den Weinbergen von Alasehir, die Erde ihrer Jugend.“

Die neue Heimat Deutschland: Ab den 60er Jahren kamen auch viele türkische Staatsbürger*innen auf der Suche nach einer besseren beruflichen Zukunft nach Deutschland. Was waren die Erwartungen und Hoffnungen? Wie empfanden sie die Ankunft in Deutschland? Was beschäftigt sie heute?

Die Autorin Aysun Utluer stellt Auszüge aus ihrem kürzlich veröffentlichten Roman „Was vom gelobten Land blieb“ vor. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit, Fragen zu stellen und in den Austausch zu kommen.

Termin: Donnerstag, 19. März 2026, 19.15 bis 20.15 Uhr
Ort: VHS im Dorfschultenhof, Genthiner Straße 7
Eintritt: frei
Veranstalterin: VHS im Dorfschultenhof

20.3.2026: Bilderbuchkino „Raffi und sein pinkes Tutu“

Raffi ist ein kleiner Junge, der gerne Fußball spielt und Sporttrikots trägt. Er liebt aber nicht nur Sport, sondern auch seine Lieblingspuppe und sein pinkes Tutu. Das Tutu trägt er aber aus Angst vor der Reaktion seiner Mitschüler*innen nur zu Hause. Eines Tages entschließt er sich, es in der Schule zu tragen. Doch es wird kein schöner Tag für ihn und er wird schnell ausgegrenzt. Aber mit der Unterstützung seiner Eltern, fasst er Mut und die anderen Kinder erkennen, dass „Anderssein“ nichts Schlimmes bedeutet. Im Gegenteil: Es macht einen zu etwas Besonderem!

Termin: Freitag, 20. März 2026, 16.00 Uhr
Ort: Stadtbücherei, Kolpingstraße 1
Eintritt: frei
Veranstalterin: Stadtbücherei Datteln

20.3.2026: Puppenspieler Töfte: „Engel mit nur einem Flügel“ – Erinnerungen aus der Kindheit des jüdischen Jungen Robert Goldstein (GESCHLOSSENE VERANSTALTUNG)

Eine wahre Geschichte, erzählt mit zwei Figuren und einem Schauspieler für Menschen ab 8 Jahren, ausgezeichnet mit dem NRW-Theaterpreis 2003 und dem goldenen Pinguin 2005 in Moers.

Robert Goldstein erzählt seine Geschichte, die Erlebnisse seiner Kindheit und Jugend, die wunderbaren und auch die schrecklichen Ereignisse, die er als kleiner jüdischer Junge in Deutschland und in Frankreich miterlebt hat.

Auf seiner “Reise durch die Erinnerung“ begleiten ihn seine Zuschauer*innen in die Schule, zu seinen Lieblingsplätzen und Geheimverstecken, lernen Lehrer*innen, Mitschüler*innen und Freundinnen und Freunde kennen, hören von ersten Anfeindungen und erfahren vom Judenstern.

Irgendwann sitzen Robert und sein Vater in einem Zug Richtung Konzentrationslager, aber der kleine Robert wird wie durch ein Wunder gerettet. Er lebt bei einer Bauernfamilie in Frankreich, bis er nach Jahren durch eine glückliche Fügung seinen Vater in Paris wiederfindet.

Termin: Freitag, 20. März 2026, 11 Uhr
Ort: Stadthalle, Foyer, Kolpingstraße 1
Eintritt: GESCHLOSSENE VERANSTALTUNG
Veranstalterin: Stadtbücherei

20.3.2026: Puppenspieler Töfte: „… und konnte es einfach nicht fassen“

Zwei junge Literaten – Klaus Mann und Erich Kästner – eilen von Erfolg zu Erfolg. Nichts scheint sie aufhalten zu können und sie haben noch große Pläne. Doch dann wird das Jahr 1933 mit der Wahl Adolf Hitlers zum Reichskanzler ein existenzieller Wendepunkt, der zu neuen, unvorhergesehenen Entscheidungen zwingt.

Für Klaus Mann und seine Schwester, die Schauspielerin und Kabarettistin Erika Mann, steht fest: „Die Luft im Dritten Reich ist für gewisse Lungen nicht zu atmen. In der Heimat droht Erstickungstod!“ Sie emigrieren und versuchen mit Büchern, Vorträgen, Rundfunkaufrufen und dem Kabarett 'Pfeffermühle' Einfluss zu nehmen und aufzuklären, nehmen die amerikanische bzw. britische Staatsbürgerschaft an und arbeiten dort für die Army.

Erich Kästner und seine Mutter Ida Kästner bleiben die gesamten 12 Jahre bis zum Kriegsende in Deutschland. Erich will als Schriftsteller Zeitzeuge sein. Obwohl er bei der Bücherverbrennung in Berlin zusehen muss, wie seine Bücher dem Feuer übergeben werden, sieht er es als seine Berufspflicht an, Augenzeuge zu bleiben und eines Tages schriftlich Zeugnis abzulegen. Andernfalls würde er sich später den Vorwurf der Feigheit machen.

Erich Kästner und Klaus Mann verdammen beide den Faschismus und gehen dennoch komplett verschiedene Wege. Sie kämpfen und resignieren, sie lachen und weinen, sie schreiben und schweigen und können es einfach nicht fassen.

Die Mittel des Figurenspiels erlauben es dem Puppenspieler Töfte, dieses ernste Thema mit sinnlichen Bildern, spielerischer Leichtigkeit und überraschenden Ideen zu behandeln. Für feinen Humor sorgen die Texte von Erich Kästner und die Szenen der leidenschaftlichen Schauspielerin und Kabarettistin Erika Mann. Eindrucksvolle Tischfiguren und Objekte, geschickt ausgewählte Musik und Soundcollagen garantieren für Abwechslung und Spannung und bringen uns diese so unterschiedlichen Menschen nahe.

Termin: Freitag, 20. März 2026, 19.00 Uhr
Ort: Stadthalle, Foyer, Kolpingstraße 1
Eintritt: Tickets für 10 Euro in der Stadtbücherei und an der Abendkasse
Veranstalterin: Stadtbücherei

25.3.2026: Vorlesen, Basteln und mehr

Anmelden können sich alle Kinder im Alter von 6 bis 9 Jahren. Eine Anmeldung ist telefonisch unter 02363/107-650 zu den Öffnungszeiten der Stadtbücherei möglich oder per Mail an stadtbuecherei@stadt-datteln.de.

Termin: Mittwoch, 25. März 2026, 16.00 Uhr
Ort: Stadtbücherei, Kolpingstraße 1
Eintritt: frei
Veranstalterin: Stadtbücherei

Die Internationalen Wochen gegen Rassismus …

… werden seit 1995 vom Interkulturellen Rat e. V. und seit 2016 von der Stiftung gegen Rassismus rund um den 21. März initiiert. 1966 erklärten die Vereinten Nationen den 21. März zum „Internationalen Tag zur Überwindung von rassistischer Diskriminierung“.

Hintergrund: Der 21. März ist der Internationale Tag für die Beseitigung rassistischer Diskriminierung der Vereinten Nationen. Er erinnert mahnend an das Massaker am 21. März 1960 im südafrikanischen Ort Sharpeville, bei dem die dortige Polizei 69 friedlich Demonstrierende erschoss.