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Teilnehmer*innen der Stolpersteinverlegung für Peter Jakob Theisen im Hötting

Stolperstein für Peter Jakob Theisen - Der ehemalige Dattelner wurde 1942 von den Nazis ermordet

Peter Jakob Theisen musste sterben, weil Menschen sich anmaßten, zu beurteilen, was unwertes Leben ist. Der ehemalige Dattelner wurde 1942 mit 34 Jahren in der Landesheilanstalt Eichberg ermordet. Am Dienstag wurde ein Stolperstein mit seinem Namen an seinem letzten freiwillig gewählten Wohnort gelegt – im Hötting, An der Mühle 1a. Am 27. Januar, Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus.

„Es ist wichtig daran zu erinnern, damit sowas nie wieder passieren kann“, sagte Bürgermeister André Dora im Beisein von rund 40 Anwesenden, darunter Angehörige von Peter Jakob Theisen, die unter anderem aus Wales angereist waren. „Deshalb sind die Stolpersteine wichtig.“ Dora dankte auch dem Künstler Gunter Demnig, der den 21. Stolperstein in Datteln verlegt hat.

René Frauenkron, Großneffe von Peter Jakob Theisen, machte darauf aufmerksam, dass es gefährlich ist, „wenn Menschen beginnen, den Wert eines Lebens zu messen. Denn wo einmal unterschieden wird zwischen ,wertvoll‘ und ,unwert‘, da ist der Weg in die Barbarei nicht weit.“ Frauenkron betonte, dass dieses Unrecht nur möglich war, „weil es Helfer gab. Ärzte, Pfleger, Verwaltungsangestellte in den Amtsstuben – sie alle machten mit, viele stoisch, manche überzeugt, andere schweigend.“

Über Peter Jakob Theisen

Peter Jakob Theisen wurde 1907 in Püttlingen (Saarland) geboren. Er zog (vermutlich) im Jahr 1914 nach Datteln um.

Schon als Kind litt er an Epilepsie – eine Bürde zur damaligen Zeit. Heute wissen wir, dass man mit dieser Krankheit leben kann. Damals war sie ein Stigma.

Mit 25 Jahren wurde Peter Jakob zum ersten Mal in die Heil- und Pflegeanstalt Warstein eingewiesen. Weitere Stationen folgten: die Provinzialheilanstalt Münster, die Anstalt Eickelborn, schließlich die Landesheilanstalt Eichberg. Orte, die eigentlich Heilung versprachen, wurden zu Orten der Ausgrenzung – und unter den Nationalsozialisten zu Stationen auf dem Weg in den Tod.

Am 13. August 1942 endete das Leben von Peter Jakob Theisen auf dem Eichberg. Er wurde nur 34 Jahre alt.