Image
Stein in Riga, in den "Datteln" eingraviert wurde.

Stein mit der Aufschrift "Datteln" erinnert an Ermordung von Jüd*innen in Riga

In der lettischen Hauptstadt Riga hatten die nationalsozialistischen Besatzer 1941 die Große Choralsynagoge angezündet. Mehr als 300 jüdische Menschen – Frauen und Männer, Alte und Kinder – starben in den Flammen. Die Synagoge wurde nie wieder aufgebaut; ihre Grundmauern umgeben heute das moderne Mahnmal zur Erinnerung an die Gräueltaten des Nazi-Terrors - das seinerseits erst nach der Befreiung der baltischen Staaten vom Sowjetregime im Jahre 1990 entstehen konnte.

Zusammen mit 43 anderen Delegierten aus 34 Städten, die Mitglied im Riga-Komitee sind, war Rosemarie Schloßer (ehrenamtliche Beauftragte für Städtepartnerschaften) als Vertreterin Dattelns Anfang Juli in Riga. Schwerpunkte der Fahrt waren das Gedenken an Deportation und Ermordung jüdischer Menschen in Riga vor 85 Jahren und die vor 25 Jahren eingeweihte Gedenkstätte Riga-Bikernieki.

Authentischer Ort, der niemanden unberührt lässt

Auf dem Programm standen der Besuch der Gedenkorte Rumbula und der Bahnhof Skirotova sowie die Überreste des Konzentrationslagers Jungfernhof. Unter anderem ging es auch zur Gräber- und Gedenkstätte Riga-Bikernieki. Dieser authentische, historische Ort lässt niemanden unberührt. Die 55 Massengräber sind durch steinerne Umrandungen erkennbar gemacht. Auf Steintafeln stehen die Namen der Heimatstädte der Toten – dort gibt es auch einen Stein mit der Aufschrift „Datteln“, da auch Menschen aus Datteln nach Riga deportiert und dort ermordet wurden.

Riga hat eine bewegte Geschichte mit düsteren Kapiteln. Der Erinnerung daran hat sich das Riga-Komitee verschrieben – ein einzigartiges europäisches Städtebündnis. Die Stadt Datteln ist seit 2021 Mitglied des Riga-Komitees.