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Etienne-Bach-Haus

Erinnern an die Pogromnacht von 1938: Gedenkstunde im Etienne-Bach-Haus – Bürger*innen setzen vorher Zeichen gegen Antisemitismus am ehemaligen Synagogenstandort

Die schrecklichen Taten der Pogromnacht von 1938 sind Anlass für eine Gedenkstunde, zu der Bürgermeister André Dora im Namen des Veranstalterbündnisses für Montag, 9. November 2026, ab 18 Uhr ins Etienne-Bach-Hause (Pevelingstraße 30) einlädt. Schon um 17 Uhr sind alle Bürger*innen wie in den Vorjahren aufgerufen, am ehemaligen Standort der alten Synagoge (Marktstraße/Türkenort) ein öffentliches Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen. Neben dem Bürgermeister wird auch Pfarrer Thomas Mämecke ein Wort an die Anwesenden richten.

Zu Beginn der Gedenkveranstaltung wird André Dora seine Gedanken zur Pogromnacht vortragen. Gerda E. H. Koch, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Kreis Recklinghausen e. V., spricht anschließend über zwei Ausstellungen, die im Rahmen dieser Veranstaltung eröffnet werden: „Schulen gegen Antisemitismus“ (Etienne-Bach-Haus der Ev. Kirchengemeinde) und „Kinder, die nicht zählten“ (VHS im Dorfschultenhof). Einen jungen Blick, der umrahmt wird von musikalischen Beiträgen, werfen Schüler*innen des Comenius-Gymnasiums auf den Holocaust.

Das Gedenken ist eine gemeinsame Veranstaltung von: Comenius-Gymnasium Datteln, Evangelische Kirchengemeinde Datteln, Katholische Kirchen in Datteln, Plattdeutscher Sprach- und Heimatverein Datteln 1922 und der Stadt Datteln.

Pogromnacht von 1938

Auch wenn in Datteln die Synagoge nicht brannte und die Gräueltaten erst einen Tag später begannen, schmälert das nicht die ungeheuerliche Wucht dieses Tiefpunkts der deutschen Geschichte. Der 9. November 1938 bildete den Auftakt zum Holocaust in Deutschland. Jüdinnen und Juden sollten spüren, dass sie nicht mehr erwünscht waren. Ihre Geschäfte wurden geplündert, ihre Gotteshäuser wurden in Brand gesetzt, Tausende Jüdinnen und Juden wurden misshandelt, verhaftet, deportiert und getötet. Wer Mittel und Wege fand, verließ das Land noch rechtzeitig vor dem folgenschwersten Völkermord der Menschheit, dem sechs Millionen Jüdinnen und Juden zum Opfer fielen.