Größter Kanalknotenpunkt der Welt | Stadt Datteln
Das Bild zeigt einen Teil der ukrainischen Flagge und die Aufschrift ,Hilfe für Geflüchtete'

Stadt prüft Wohncontainer-Standorte für geflüchtete Menschen: Gemeinsame Entscheidung der Fraktionsvorsitzenden und der Stadtverwaltung – Notunterkünfte in zwei Sporthallen als Übergangslösung

30.9.2022 - Nach Auskunft der Landesregierung ist zu erwarten, dass in den nächsten Wochen viele Geflüchtete unter anderem aus der Ukraine nach Datteln kommen werden. Deshalb wird die Stadtverwaltung umgehend mehrere Standorte für Wohncontainer in Datteln prüfen, um Geflüchtete unterzubringen. Geschlossen haben die Vorsitzenden der Ratsfraktionen mit der Verwaltungsspitze das in zwei interfraktionellen Sitzungen entschieden.

„In dieser besonderen Situation müssen wir besondere Maßnahmen ergreifen. Es ist vorbildlich, dass alle Fraktionen bei diesem Thema an einem Strang ziehen und dass die Vereine mitmachen“, sagt Bürgermeister André Dora. „Wir müssen den Menschen helfen, die unverschuldet in eine Kriegssituation geraten sind.“

Die Ankündigung der Landesregierung zeigt, dass die Stadt sich angesichts des kommenden Winters darauf vorbereiten muss, dass voraussichtlich jeden Monat etwa 120 Geflüchtete aus der Ukraine in Datteln ankommen werden.

Zusätzlich zur Prüfung der Containerstandorte muss die Sporthalle am Stadtbad vorerst als Notunterkunft aufrechterhalten werden, wo aktuell 79 Geflüchtete wohnen. Außerdem wird die Sporthalle an der Gustav-Adolf-Schule vorsorglich als Notunterkunft eingerichtet – gleichwohl sollen die Notunterkünfte in den Sporthallen Übergangslösungen sein. „Die Stadtverwaltung wird mit den Sportvereinen aktiv daran arbeiten, dass die verfügbaren Hallenzeiten für den Winter fair aufgeteilt werden“, betont Bürgermeister André Dora. Die Realschule hatte sich spontan bereit erklärt, zugunsten des Comenius-Gymnasiums auf die Hälfte ihrer Sportzeiten zu verzichten.

In den Wohncontainern, die die Stadtverwaltung ins Auge gefasst hat, können insgesamt bis zu 150 Menschen untergebracht werden. Die Kosten für die Anmietung betragen insgesamt etwa 2 Millionen Euro. Für das Jahr 2022 werden die finanziellen Mittel außerplanmäßig bereitgestellt.

Stimmen der Fraktionen

„Aufgrund der hohen Zuweisungsankündigung der Bezirksregierung sehen wir keine andere Lösung als die von der Verwaltung vorgeschlagene Vorgehensweise. Wir stimmen daher der Nutzung der Turnhallen am Gymnasium und an der Gustav-Adolf-Schule zu. Auch die Anmietung von Containern ist unverzichtbar.“
Joachim Lehmann, Fraktionsvorsitzender SPD          

„Der russische Angriffskrieg stellt unsere Gesellschaft erneut auf die Probe. Es ist jedoch unsere Pflicht, die Kriegsflüchtlinge im kommenden Winter gut unterzubringen. Es darf jedoch nur eine Übergangslösung sein, Menschen in große Hallen zu stecken. Daher hat die Beschaffung von Wohncontainern aus unserer Sicht höchste Priorität.“
Dr. Patrick-Benjamin Bök, Fraktionsvorsitzender CDU

„Der Ukraine-Krieg stellt uns vor eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung: Die geflüchteten Frauen und Kinder aus der Ukraine brauchen zunächst eine Unterkunft, Versorgung und anschließend die Chance auf einen guten Start in Deutschland. Sie benötigen Angebote und Beratung sowie Möglichkeiten der schnellen Integration.
Dr. Marco Zerwas, Fraktionsvorsitzender Wählergemeinschaft Die Grünen

„Die Situation in der Ukraine und die Geschehnisse in Russland sorgen für weiteren Bedarf an Unterkünften in Datteln. Um unserer humanitären Verantwortung gerecht zu werden, begrüßen wir die Prüfung einer Containerunterkunft für Datteln. Die Stadt hat von uns als FDP jegliche Unterstützung ausreichend Möglichkeiten der Unterkunft zu schaffen.“
Robert Golda, Fraktionsvorsitzender FDP

„Es ist traurig, dass man sowas machen muss“.
Petra Willemsen, Fraktionsvorsitzende DIE LINKE

„Wir von der UBP-Fraktion stimmen der weiteren Nutzung der Sporthallen zu. Kurzfristig sehen wir keine andere Möglichkeit, die Flüchtlinge unterzubringen. Des Weiteren bleibt wohl als Lösung nur die Notwendigkeit, Container aufzustellen. Als Favorit für den Containerstandort haben wir den Schleusenpark vorgeschlagen.“
Gabriele Weigand, Fraktionsvorsitzende UBP