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Internationaler Tag der Kinderrechte: Bürgermeister André Dora erinnert an die besondere Situation der Kinder in der Zeit der Pandemie
Das Bild zeigt Bürgermeister André Dora.

20.11.2020 - „Gerade die Rechte der Kinder geraten in der Zeit der Pandemie aus dem Blick“, sorgt sich Bürgermeister André Dora anlässlich des internationalen Tages der Kinderrechte am heutigen 20. November.

In ihrer Entwicklung sind Kinder auf soziale Kontakte, Austausch und Nähe mit Gleichaltrigen angewiesen. Allerdings werden ihnen in diesem Jahr wesentliche Voraussetzungen genommen. „In der Kindheit erwerben wir wichtige Kernkompetenzen, für die das eigene Erleben in sozialen Gruppen von großer Bedeutung ist“, sagt der Bürgermeister.

Konvention über die Rechte der Kinder aktuell wichtig

Darüber hinaus fragt sich André Dora, wie sich die Lücken in der schulischen Ausbildung auf die zukünftigen Schulabschlüsse auswirken werden – trotz des großen Engagements der Lehrer*innen in Datteln: „Deshalb ist es mir besonders wichtig, in dieser Situation auf den Geburtstag der ,Konvention über die Rechte des Kindes‘ hinzuweisen, die am 20.11.1989 von der Organisation der Vereinten Nationen unterschrieben wurde“, sagt Dora.

Von den UN-Mitgliedsstaaten haben sich bis heute 196 Länder dazu verpflichtet (teilweise noch unter Vorbehalt), die Rechte der Kinder und Jugendlichen einzuhalten. In Deutschland wurde die Konvention erst am 5. April 1992 mit Vorbehalten anerkannt. Die Vorbehalte wurden am 15. Juli 2010 endgültig zurückgenommen und gelten seitdem in ihrer gesamten Form.

Dora bedauert, dass Kinderrechte noch nicht im Grundgesetz verankert sind

„Ich bedauere, dass die Kinderrechte bisher nicht ins Grundgesetz aufgenommen wurden“, sagt André Dora, „und dass darüber seit Jahren ohne Ergebnis diskutiert wird. Erst durch die Aufnahme der Kinderrechte in das Grundgesetz wird es Kindern und Jugendlichen wirklich ermöglicht, ihre Rechte selbst einzufordern.“

Die Konvention umfasst 54 Artikel, aus denen sich 41 einzelne Rechte für Kinder ergeben. In den anderen 13 Artikeln werden die Maßnahmen beschrieben, die die Länder zu ergreifen haben, um die Kinderrechte umzusetzen. Die Kinderrechte lassen sich grob in folgende vier Gruppen einteilen: das Recht auf Leben und persönliche Entwicklung, die Gleichbehandlung, das Wohl des Kindes und die Beteiligung. Im Einzelnen bedeutet das:

  • Jedes Kind hat das Recht auf alle Dinge, die es zum Leben braucht. Dazu gehören zum Beispiel Essen und Trinken oder eine ärztliche Behandlung. Auch zur Schule gehen zu dürfen ist ein Kinderrecht sowie das Recht auf Spiel und Freizeit.

  • Alle Mädchen und Jungen haben die gleichen Rechte und kein Kind darf schlechter behandelt werden als andere Kinder.

  • Jedes Kind hat das Recht, gesund, umsorgt und vor Gewalt geschützt aufzuwachsen.

  • Jedes Kind hat das Recht, bei seinen Eltern zu wohnen oder, sollten die Eltern getrennt leben, Kontakt zu beiden Elternteilen zu haben.

  • Alle Mädchen und Jungen haben das Recht, sich eine eigene Meinung zu bilden und sich für sie einzusetzen.

  • Bei Fragen, die Kinder direkt betreffen, müssen sich die Erwachsenen die Meinung der Kinder anhören und bei ihren Entscheidungen auch berücksichtigen.

Obwohl die Kinderrechte für alle Kinder gelten, können längst nicht alle Kinder sie auch wahrnehmen. Viele Kinder und Erwachsene wissen noch nicht einmal, dass es sie gibt. „Ich bin froh, dass wir in unserem Jugendamt engagierte Mitarbeiter*innen haben, die die Teilnahme von Kindern vorantreiben“, betont der Bürgermeister, „in Datteln sind wir auf einem guten Weg.“