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Sofortprogramm Innenstadt: „Kreative Meile“ und buntes Programm für Wochenmarkt - Stadt beantragt fast eine halbe Million Euro zur Belebung der City
Das Bild zeigt einen Mann vor einer großen Paella-Pfanne

27.5.2021 - Duft frisch gerösteter Kaffeebohnen liegt in der Luft. Die Sonne lacht. Mit frischem Obst und Gemüse zaubert ein Koch auf dem Wochenmarkt wahre Gourmetfreuden. Es darf probiert werden. Aber seien Sie vorsichtig, damit das E-Lastenrad vorbei kann, dass die Einkäufe direkt bis an die Haustür liefert. Was wie Zukunftsmusik klingt, könnte bald Wirklichkeit sein. Die Stadt Datteln hat fast eine halbe Million Euro an Fördergeldern beim Land NRW zur Stärkung der Innenstadt beantragt.

Foto: pixabay - unserekleinemaus

Die Dattelner Innenstadt ist auch bei Kunden aus den umliegenden Städten für ihr vielfältiges Einkaufsangebot und den Wochenmarkt beliebt. Um diese Stärken zu stärken, haben das Quartiersmanagement Innenstadt und die Wirtschaftsförderung Datteln zwei Konzepte erarbeitet. Es geht um die Vermarktung der Leerstände, die im Vergleich zu anderen Städten verhältnismäßig gering sind, und darum, den Wochenmarkt mit einem Begleitprogramm auszubauen.

Sollte der Förderantrag bewilligt werden, möchte die Stadt Datteln sechs bis sieben Leerstände in zentraler Lage anmieten und Unternehmer*innen eine Chance geben, die sich mit einer Idee selbstständig machen, sich im Nebenerwerb für ein paar Monate in einem Pop-up-Store ausprobieren oder eine Filiale eröffnen möchten. Laut Förderrichtlinien darf die Stadtverwaltung die Miete um 80 Prozent reduzieren, so dass die Startbedingungen für maximal zwei Jahre optimal sind.

Das Bild zeigt das Angebot eines Wochenmarktstands

Bei der Erarbeitung der Ideen, welche Geschäftsmodelle das vielfältige Angebot ergänzen könnten, haben Annika Siebert vom Quartiersmanagement Innenstadt und Stefan Huxel von der Wirtschaftsförderung den Blick über den Tellerrand und in die Zukunft gewagt. „Uns ist besonders wichtig, speziell ökologisch-nachhaltige, regionale und innovative Konzepte zu fördern“, sagt Annika Siebert.

So könnte vom Neumarkt-Kreisel stadtauswärts die „kreative Meile“ Dattelns mit innovativen Start-ups entstehen. Eine Idee ist eine Fahrradgarage mit Putz- und Reparaturservice. „Die Menschen kaufen auf dem Wochenmarkt und in der Stadt ein, parken ihr E-Bike sicher in der Garage und können es putzen und reparieren lassen“, erklärt Stefan Huxel.

Vermietservice für Fahrräder

Das Sahnehäubchen wäre ein Vermietservice für Fahrräder bzw. E-Lastenräder, mit denen auch ein Lieferdienst angeboten werden könnte. Für dieses Vorhaben eignet sich das Ladenlokal neben der Buchhandlung Bücherwurm hervorragend, da es nicht nur die passende Größe und Raumaufteilung hat, es besteht auch die Möglichkeit, einen Durchgang zur im hinteren Bereich liegenden Lagerhalle mit großer LKW-Anlieferung zu schaffen.

Denkbar wäre auf der Castroper Straße auch ein Regionalladen, in dem landwirtschaftliche Produzenten ihre Waren anbieten könnten. „Regional und frisch ist die Devise. Dabei können und sollen auch digitale Lösungen zum Einsatz kommen oder Frische-Automaten“, sagt Annika Siebert. Angedacht sind beispielsweise auch Kochevents. „Es ist wichtig, den Erlebnis-Charakter in der gesamten Innenstadt zu stärken“, sagt Stefan Huxel.

Bio-Laden für die kreative Meile

Ein Unverpackt- oder Bio-Laden oder zeitweise anmietbare Büros würden der „kreativen Meile“ ebenfalls sehr gut stehen. Erste Gespräche mit Betreibern wurden bereits geführt. „Wir freuen uns über jede neue Geschäftsidee und unterstützen nach besten Kräften“, sagt Annika Siebert.

Auf der Hohen Straße in Höhe des Neumarkts wäre eine optimale Lage für einen Kaffeeröster oder Bierbrauer. Neben dem Verkauf und Ausschank mit einer überschaubaren Außengastronomie könnten dort abends oder am Wochenende Seminare angeboten werden. In einer weiteren Immobilie auf der Hohen Straße ist ein Outlet-Store der Dattelner Händler denkbar. „Aufgrund von Corona haben speziell Textil- und Schuhhändler noch Lagerbestände der vorherigen Saison. Diese Waren könnten sie in einem gemeinsamen oder für bestimmte Zeit angemieteten Ladenlokal günstiger verkaufen“, erklärt Stefan Huxel.

Rahmenprogramm für Wochenmarkt

Zweiter Baustein des Förderantrags ist der Wochenmarkt, der mit weiteren Ständen mit einem zusätzlichen Angebot sowie mit einem Rahmenprogramm aufgewertet werden soll. Vom Kinderspielfest, kulinarischen Events über Gartentipps vom Experten bis hin zu kulinarischen Erlebnissen wie Kochevents, Musik und Kleinkunst sowie einem Fahrradmarkt und „Summer Games“, bei denen zum Beispiel Vereine gegeneinander antreten können, sind zahlreiche Ideen in das Konzept eingeflossen.

Wann es los gehen kann, hängt von der Entwicklung der Corona-Pandemie ab und, ob die Fördergelder bewilligt werden. „Wir sind optimistisch, dass wir in der zweiten Jahreshälfte zumindest mit kleineren Aktionen starten können“, geben sich Annika Siebert und Stefan Huxel optimistisch.

Interesse an einem Ladenlokal? Die Wirtschaftsförderung hilft

Wenn Sie sich für ein Ladenlokal interessieren oder selbstständig machen möchten, melden Sie sich bitte bei der Wirtschaftsförderung der Stadt Datteln.

Hintergrund

Die Stadt Datteln hat einen Antrag zum „Sofortprogramm zur Stärkung unserer Innenstädte und Zentren in Nordrhein-Westfalen 2020“ des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen bei der Bezirksregierung Münster gestellt. Die Förderung beträgt 90 Prozent, der kommunale Eigenanteil beläuft sich auf 10 Prozent. Die von der Stadt Datteln beantragte Gesamtfördersumme beläuft sich auf 486.826 Euro, der Eigenanteil liegt bei 48.683 Euro für den Zweitraum von zwei Jahren. Für das Wochenmarktkonzept wurden rund 22.000 Euro beantragt.