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Studentenwettbewerb für Neubaugebiet Ostring-Stadion: Fachhochschule Dortmund als Kooperationspartner – Preisträger*innen bringen neuen Schwung in die Wohnbauentwicklung in Datteln
Das Bild zeigt den Siegerinnen-Entwurf für das Ostring-Stadion

17.2.2021 - Wo Generationen von Schüler*innen an den Bundesjugendspielen teilgenommen und etliche Fußballer*innen ihre ersten Gehversuche unternommen haben, sollen bald Wohnungen entstehen: auf dem Gelände des ehemaligen Ostring-Stadions. Weil dieser Bereich als ehemalige Sportstätte besondere Qualitäten aufweist, hat die Stadt Datteln gemeinsam mit der Fachhochschule Dortmund einen studentischen Wettbewerb durchgeführt.

Im Rahmen der Semesteraufgabe „Städtebauliches Entwerfen“ bekamen die Architekturstudent*innen der FH Dortmund unter der Leitung von Prof. Christian Moczala die Möglichkeit, ihre Ideen für das ehemalige Ostring-Stadion zu entwerfen. Die Preisträger*innen und Anerkennungen stehen nun fest. Die Entwürfe werden in der nächsten Sitzung des Stadtentwicklungs-, Bau- und Planungsausschusses vorgestellt.

Jurysitzung fand als digitales Meeting statt

Die 60 Arbeiten zeichnen sich durch kreative und innovative Ideen aus. Die mit Fachleuten besetzte Jury hat diese Arbeiten in Augenschein genommen und im Sinne der Aufgabenstellung bewertet. Allerdings musste die Jurysitzung aufgrund der derzeitigen Bedingungen als digitale Veranstaltung stattfinden, nicht wie ursprünglich geplant vor Ort im Ostring-Stadion. „Das ist eine Erfahrung, die diesen Wettbewerb auch in diesem Sinne zu etwas Besonderem macht“, sagt Andreas Beilein, Fachdienstleiter Stadtplanung und Bauordnung der Stadt Datteln.

Die Aufgabenstellung für die Student*innen war anspruchsvoll: Sie sollten ein attraktives innerstädtisches Wohnquartier mit einer ganzheitlichen Gestaltungsidee entwickeln. Zu berücksichtigen waren dabei ein ausgeglichenes Maß an Geschoss- und Einfamilienhäusern, das vorhandene Geländeprofil sowie der Erhalt des Vereinshauses und vorhandener Grünbereiche.

Verbindungen zum Mühlenbach und zum Park waren gefragt

Neben der Baustruktur waren aber auch Treffpunkte im öffentlichen Raum und Anknüpfungen an die benachbarte Infrastruktur sowie Verbindungen zum nahegelegenen Mühlenbach und Park gefragt. Alles in allem sollte ein Wohnquartier mit Identifikationspotenzial entstehen, das für ganz unterschiedliche Bewohnergruppen einen neuen Lebensmittelpunkt in Datteln darstellen kann.

Andreas Beilein hat es sich nicht nehmen lassen, selbst Teil der Jury zu sein, um aus erster Hand zu erfahren, welche Ideen die Student*innen erarbeitet haben: „Die Preisträger*innen, aber auch alle anderen Teilnehmer*innen haben unsere Vorstellungen in innovative Ideen umgesetzt und eine tolle Grundlage für die Weiterentwicklung geschaffen. Ich bin sehr überrascht darüber, welche Möglichkeiten der Standort aus Sicht der Studierenden bietet.“

1. Preis für Celina Spandern und Silvia Wolf.

Die beiden Architekturstudentinnen haben die Jury mit ihrer Vorstellung für das innerstädtische Wohnquartier überzeugt. Der insgesamt harmonisch wirkende Gestaltungsentwurf setzt sich aus zwei Bereichen zusammen, die aus einer ausgewogenen Mischung von Ein- und Mehrfamilienhäusern besteht. Der mittig verlaufende Grünzug bietet Raum für Treffpunkte und Aufenthaltsbereiche, die zur Steigerung der Wohn- und Aufenthaltsqualität beitragen. Durch den klug gewählten Verlauf des Grünzugs wird das Vereinshaus ein Alleinstellungsmerkmal und symbolisiert den Eingang zum Quartier. Die Harmonie des Entwurfes besteht vor allem darin, dass es das angrenzende Wohngebiet Hötting mit der vorhandenen Geschossigkeit und die Topographie des Stadiongeländes berücksichtigt. „Ein gelungener Entwurf für ein städtisches Wohnquartier im Grünen“, betont Andreas Beilein.

2. Preis für Dayna Hülsevoort und Elias Sturm

Auch diese Preisträger*innen sehen das Ostring-Stadion als Wohnquartier, in dem der Schwerpunkt auf Ein- und Mehrfamilienhäusern liegt. Durch eine geschickte Anordnung entstehenden Wohnbereiche, die lebendig wirken und eine gute soziale Mischung ermöglichen. Neben dem Grünbereich in der Mitte und kleineren Treffpunkten sticht vor allem der neugeschaffene Platz vor dem Vereinshaus heraus, der sich zu einem kulturellen Treffpunkt entwickeln soll und dem Eingang ins Wohnquartier dadurch eine besondere Bedeutung beimisst. Darüber hinaus hebt sich der Entwurf durch die kurzen Wegeverbindungen ab, die ein zentrales Element darstellen und den Austausch mit den umliegenden Bereichen ermöglichen.

3. Preis für Emily Schulte und Victoria Julia Lamprecht

Die beiden Studentinnen erhalten den dritten Preis für ihre Idee, organische Wohninseln in die vorhandenen Grün- und Parkstrukturen zu integrieren. Die dreigeschossigen Gebäude bestehen aus begrünten Innenhöfen, die gleichzeitig die Erschließung der Reihenhäuser und Wohnungen darstellen. Eine Mischung aus unterschiedlichen Wohnflächen bietet Platz für eine vielfältige Bewohnerstruktur, aber auch für Büros oder Dienstleistungsnutzungen. Zentrales Element sind die nach Außen gerichteten Grün- und Gartenbereiche, die sich nur durch einen leichten Höhenunterschied und die Anordnung von Hecken vom öffentlich Grünbereich abgrenzen und dadurch der Idee Wohnen im Park folgen.

„Pandemiebedingt ist eine persönliche Preisübergabe leider nicht möglich, aber das schmälert nicht das Ergebnis“, sagt Andreas Beilein. „Die Kooperation mit der Fachhochschule Dortmund war sehr erfrischend und hat uns neue Perspektiven für die Stadtentwicklung in Datteln aufgezeigt. Auch für zukünftige Standortfragen im Stadtgebiet ist ein Wettbewerb mit angehenden Architekten oder Planer eine willkommene Alternative.“