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Eine Halle für die Ewigkeit: Die Stadthalle wird saniert
Das Bild zeigt das entkernte Foyer.

19.1.2021 - Vor drei Jahren im Oktober feierte die Stadthalle ihr 40-jähriges Bestehen – mit einer kleinen Ausstellung im Foyer. Drei Jahre später ist die ehrwürdige alte Halle entkernt – nicht mal mehr eine Lampe lässt sich anschalten. Die Holzpaneele geben den Blick frei auf altes Gemäuer, das noch bis in die 70er Jahre hinein als Kolpinghaus bekannt war.

Die Stadthalle ist in die Jahre gekommen. Die energetische, technische Ausstattung ist auf einem Stand, der so gar nicht mehr in diese Zeit des Klimaschutzes und der CO2-Einsparung passt. „Es wird wirklich Zeit“, sagt Bürgermeister André Dora, „die Stadthalle hat immer gute Dienste geleistet, aber wenn wir sie jetzt dem aktuellen Stand der Technik anpassen, sind wir für die nächsten Jahr gut gerüstet.“

Ein kurzer Rundgang durch die entkernte Stadthalle (YouTube-Link)

Das Bild zeigt den Blick auf die Bühne in der entkernten Stadthalle

Energetische Sanierung heißt das Zauberwort, die mit Barrierefreiheit garniert wird. Wenn alles gut läuft – und das ist beim Bauen im Bestand immer ein Wagnis, weil man gemeinhin nicht weiß, was hinter der nächsten Mauer lauert –, könnten 2022 wieder Atze und Co. in der Halle residieren. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg …

Begonnen haben die Arbeiten, mit der die Sanierung gestartet ist, am 1. Juli 2020 im Keller mit dem „Rausreißen der Keramiken“. Dann ging es im Erdgeschoss weiter, das wie die gesamte Stadthalle kaum noch wiederzuerkennen ist.

Energetische Qualitätsverbesserung von fast 120 Prozent

Zum Glück haben die Bauarbeiter den stählernen Schriftzug gerettet, der vor der Halle anzeigte, was in der Halle drin ist: die Stadthalle – obwohl das „e“ mittlerweile verschwunden ist. Es soll schon seit Jahren fehlen, sagt Jasmin König, die dieses Mammut-Projekt mit ihrem Kollegen Karsten Droste verantwortet, mit ihm zusammen die Ausführung und die Bauzeiten plant, die Gewerke ausschreibt, die Bauleitungen durchführt und im Ausschreibungsverfahren die Unternehmen auswählt, die sich als am wirtschaftlichsten ausgezeichnet haben – nicht am billigsten, darauf legt das Rechnungsprüfungsamt wert. „Wir erreichen eine energetische Qualitätsverbesserung von fast 120 Prozent, weil wir auch alle Materialien in der Gebäudehülle dem heutigen Standard entsprechend anpassen“, sagt Klaus Hinze, zuständig für die städtischen Liegenschaften.

Mittel aus dem Kommunalen Investitionsförderprogramm

1,9 Millionen Euro wird die Sanierung kosten, den größten Batzen steuert das kommunale Investitionsförderungsprogramm dazu, so dass aus der Stadtkasse lediglich 10 Prozent der Kosten kommen. Das Geld ist gut angelegt. Nicht nur das städtische Kulturbüro nutzt die Stadthalle. Auch hiesige Vereine vom ATAD über die Musikschule bis hin zu RockZock veranstalten dort gerne ihre Aufführungen und Konzerte. Damit das alles auch außen gut aussieht, wird das mit umgebaut, was um die Halle herum auf städtischem Grund steht. Dazu gibt es möglicherweise Fördermittel aus dem Stadtumbauprogramm. 

Der einstige holzumfasste Saal, der den Charme einer finnischen Sauna ausstrahlte, wie es ein Künstler in den 90ern mal von der Bühne herab rausposaunte, wird künftig ohne Holz auskommen müssen. Der Saal wird dadurch rund 17 Quadratmeter größer. Teilweise befanden sich hinter dem Holz 25 bzw. 75 Zentimeter große Hohlräume, die nicht mehr zeitgemäß sind. Vor der Bühne werden fahrbare und absenkbare Traversen – also modulare Fachwerkträger – installiert, die dafür sorgen, dass das, was auf der Bühne passiert, auch ins richtige Licht gerückt werden kann.

Bodenbelag und Deckenbeleuchtung im Foyer werden erneuert

Das ehemals braun geklinkerte Foyer wird sich – wie die große Halle – ebenfalls von einer anderen Seite zeigen. Bodenbelag und Deckenbeleuchtung werden erneuert. Der neue Boden wird auf dem vorhandenen verlegt, so dass der alte Belag gar nicht erst entsorgt werden muss. Das spart Kosten ein, immerhin hat schon allein das Entkernen des Gebäudes rund 100.000 Euro gekostet. Die Kassettendecke wird entfernt, als Leuchtkörper werden energieeinsparende LEDs eingesetzt. 

Frischer Anstrich für den Künstler*innenbereich

Im Künstler*innenbereich ist vorgesehen, die Beleuchtung zu aktualisieren und den über 28 Jahre alten Anstrich aufzufrischen. Ein neuer Bodenbelag wird ebenfalls verlegt und die zwei kleinen WCs für Damen und Herren werden erneuert sowie eine Dusche eingebaut. Die Waschbecken in den Garderoben erhalten Vorrichtungen, mit denen sich Wasser einsparen lässt.

Vor dem Foyer entsteht ein 55 Quadratmeter großer Gastro-Anbau mit Verglasung – mit Abstellraum und Vorbereitungsbereich. An die 25 Gäste können dort bewirtet werden – mit Aussicht auf die Rottstraße. Feuerwehrzufahrt, Bänke, Pkw- und Fahrradstellplätze sind in das Konzept des Vorplatzes eingebunden. Für die Anlieferung wird es eine Laderampe geben; die alte Treppenanlage wird abgerissen und umgeplant.

Neue Wärmedämmung für die Gebäudehülle

Zur energetischen Sanierung gehört, dass die äußere Gebäudehülle eine neue Wärmedämmung erhält. Die Fassade und das Dach werden komplett erneuert. Das Vordach wird komplett neu verzinkt. 

Fest steht: Die Dattelner*innen werden ihre Stadthalle nach der Sanierung nicht mehr wiedererkennen. Das ist aber jetzt schon so, weil die entkernte Halle sich aktuell so zeigt, wie sie wohl nur die wenigsten gesehen haben.

Die Künstler*innen werden der Halle neues Leben einhauchen ...

Paul Panzer, Helmut Sanftenschneider oder auch Künstler*innen wie Ray Wilson oder Stefan Stoppok werden der neuen Stadthalle neues Leben einhauchen. Und wenn 2022 nach der ersten Spielzeit wieder der alte Pausengong ertönt, wissen alle Besucher*innen, dass sie hier zu Hause sind …