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Weihnachts- und Neujahrsgrüße von Bürgermeister André Dora
Das Bild zeigt Bürgermeister André Dora vor einem Weihnachtsbaum, der vor dem Sitzungssaal im Rathaus steht.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

wenn (fast) alles ausfällt, fallen uns Dinge auf, die uns sonst nicht auffallen.

Dazu zählt zum Beispiel, wie schön es ist, alte Bekannte, Freundinnen und Freunde in den Arm zu nehmen, im Restaurant oder im Freundeskreis einen schönen Abend zu erleben, ein Konzert zu besuchen, ins Kino zu gehen, im Café einen Kaffee zu trinken.

Und in diesen Tagen ist es wohl die weihnachtliche Stimmung auf den Weihnachtsmärkten, die vielen von uns fehlen wird.

Fast alles ist gerade anders. Wir verzichten auf lieb gewonnene Gewohnheiten und wissen nicht, welche neuen Regeln vielleicht schon morgen auf uns zukommen. Unser Leben wird zurzeit durch ein Virus bestimmt. Etwas, das wir nicht mit bloßem Auge erkennen können, zeigt uns auf, wie zerbrechlich unser Lebensrhythmus ist. Dass es darauf ankommt, gemeinsam zu handeln, verantwortungsvoll und besonnen.

Ich weiß, die meisten möchten ihren alten Alltag gerne wiederhaben. Möchten einfach nur das tun, was ihnen gefällt. Ich verstehe es auch gut, dass jede*r von uns zwischendurch der Maßnahmen überdrüssig ist, obwohl wir sie richtig und wichtig finden. Wir fühlen uns hin und wieder alle mal ohnmächtig, wenn wir an die ungewisse Zukunft denken, und dass ihre Gestaltung momentan nicht in unseren Händen liegt. Das erschöpft manche*n von uns – andere lässt es gar nicht mehr zur Ruhe kommen. Aber das ist normal, das ist menschlich, solange wir unsere persönlichen Ziele nicht aus den Augen verlieren.

Dieses Jahr ist ein besonderes Jahr. Es ist für etliche Menschen aber auch ein hartes Jahr gewesen. Vor allem für die, die ihren Job verloren haben, die ihren Betrieb, ihr Restaurant oder ihre Gaststätte nicht mehr weiterbetreiben können. Die ihre Hoffnung in ein Unternehmen gesetzt haben und jetzt nicht wissen, wie es weitergehen soll – die zweifeln, ob es überhaupt weitergeht.

Deshalb sollten wir in diesen Tagen auch an die Menschen denken, denen die Hoffnung abhanden gekommen ist. Denn nicht jeder hat die Eigenschaft gepachtet, zuversichtlich zu sein, obwohl alles dagegen spricht. Wir sollten auch versuchen, diese Menschen aufzufangen, ihnen Halt zu geben in einer Situation, die uns alle irgendwie fordert, manchmal sogar überfordert.

Wir sollten auch an die denken, die in den Krankenhäusern arbeiten und tagtäglich Gefahr laufen, mit diesem Virus infiziert zu werden. Natürlich stimmt es, dass es jeden treffen kann. Wer aber jeden Tag mit Infizierten zu tun hat, trägt ein besonderes Risiko. Das gilt auch für Beschäftigte in anderen Bereichen, bei der Feuerwehr, bei der Polizei oder auch beim Ordnungsdienst, die alle berufsbedingt ganz nah dran sind an den Bürger*innen … Denken sollten wir auch an all die, die sich zum Wohle der Gemeinschaft ehrenamtlich engagieren – auch in der Weihnachtszeit.

Weihnachten bleibt auch in diesem Jahr – trotz der Pandemie – ein Fest der Familie, wenngleich es überall Einschränkungen gibt. Vielleicht sollten wir aus der Not einfach eine Tugend machen – getreu dem Spruch, der dem Philosophen Aristoteles zugeschrieben wird:

"Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.

Wenn wir die Eltern oder Großeltern zu den Feiertagen nicht besuchen können, schenken wir ihnen vielleicht einen Gutschein für ein Wochenende mit der Familie, wenn die Zeiten wieder „normal“ sind. Oder wir verschicken Bilder oder Filme an unsere Verwandten, die sich bestimmt auch über einen handgeschriebenen Brief freuen würden. Wer sich in der heutigen Zeit noch die Mühe macht, einen Brief zu schreiben, ihn zusammenzufalten, ins Kuvert zu stecken, das Kuvert zuzukleben und den schön verpackten Brief zur Post zu bringen, zeigt, dass er sich nicht nur richtig viel Mühe gemacht hat, sondern auch dass ihm etwas an demjenigen liegt, dem er schreibt …

Lassen Sie uns die weihnachtliche Zeit genießen, so gut es eben geht. Vielleicht haben wir in diesem Jahr sogar etwas mehr Ruhe, die uns das neue Jahr etwas ausgeruhter beginnen lässt. Vielleicht entdecken wir ein altes Hobby wieder oder schaffen es endlich, das dicke Buch zu lesen, das seit Jahren ungelesen im Regal steht. Machen wir in der Situation aus der Not eine Tugend …

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen schon jetzt schöne Weihnachten und ein glückliches neues Jahr 2021. Bleiben Sie besonnen und gesund, passen Sie auf sich auf, damit wir uns im nächsten Jahr erholt und mit Zuversicht wiedersehen können.

Ihr
André Dora