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Kostenlose Online-Vorträge vermitteln Wissen zu aktuellen Themen: Mit „vhs wissen.live“ holt die VHS im Dorfschultenhof renommierte und bekannte Referent*innen virtuell nach Datteln 
Das Bild zeigt Jan Assmann

7.12.2020 - Die VHS macht’s möglich, per Livestream kostenlos an Vorträgen zu aktuellen, wissenschaftlichen und gesellschaftspolitischen Themen teilzunehmen. Die Referent*innen sind renommierte und bekannte Persönlichkeiten aus verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen. Prof. Dr. Jan Assmann (Foto links) referiert am Donnerstag, 10. Dezember 2020, um 19.30 Uhr über „Das Zeitalter des Glaubens. Aufstieg und Niedergang der uns vertrauten Form von Religion.“

Wenn Sie den Vorträgen per Livestream lauschen möchten, melden Sie sich bis spätestens um 11 Uhr am Tag des Vortrags formlos per E-Mail an vhs@stadt-datteln.de an. Wichtig ist, dass Sie in der E-Mail den Titel des Vortrags und Ihren Name angeben.

Sobald die Anmeldung bearbeitet ist, wird der Zugangslink zum Livestream per E-Mail an Sie versendet. Die VHS empfiehlt Ihnen, das Programm „Zoom“ rechtzeitig vor dem Online-Vortrag zu installieren und das virtuelle Klassenzimmer etwa für Minuten vor Beginn des Vortrags zu betreten. Im Anschluss an die Vorträge haben Sie die Möglichkeit, im Chat mitzudiskutieren.

Prof. Dr. Jan Assmann: „Das Zeitalter des Glaubens. Aufstieg und Niedergang der uns vertrauten Form von Religion.“
Donnerstag, 10. Dezember 2020, 19.30 bis 21 Uhr.

Das „Zeitalter des Glaubens“ begann mit der Emanzipation der Religion vom Staat um 500 v.Chr. im frühen Judentum und begann zu verblassen mit der Emanzipation des Staates von der Religion im 18. und 19. Jh. Diese Geschichte behandelt der Vortrag aus dem Gesichtspunkt der Ägyptologie, die es mit einer Kultur zu tun hat, die dem Zeitalter des Glaubens vorausging und deren Wiederentdeckung seit der Renaissance zum Ende dieses Zeitalters beiträgt.

Jan Assmann ist Professor em. für Ägyptologie an der Universität Heidelberg und Professor für allgemeine Kulturwissenschaft an der Universität Konstanz. Er wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Historikerpreis (1998), dem Sigmund- Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa (2016) und dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (mit Aleida Assmann, 2018).

Das Bild zeigt Thomas Bauer

Weitere Vorträge:

Prof. Dr. Thomas Bauer (Bild rechts): „Auf der Suche nach Eindeutigkeit. Wie die Flucht vor Ambiguität Gesellschaft und Kultur verändert.“
Dienstag, 12. Januar 2021, 19.30 bis 21 Uhr.

Während die Welt immer komplexer wird, ist gleichzeitig – nicht nur in westlichen Gesellschaften – ein Rückgang an Ambiguitätstoleranz festzustellen, als die Fähigkeit, Widersprüche auszuhalten, Ungewissheiten zu ertragen, andere Sichtweisen gelten zu lassen, ist offensichtlich weltweit im Schwinden begriffen. Dies hat nicht nur Auswirkungen auf die Gesellschaft, etwa auf die Akzeptanz von Demokratie, sondern auch auf jene Bereiche der Kultur, die auf Ambiguitätstoleranz angewiesen sind, ja dazu beitragen könnten, diese in der Gesellschaft zu stärken wie Theater, Kunst und Musik. Auch ein auf möglichst schnelle und effiziente Ausbildung gerichtetes Bildungssystem lässt immer weniger Raum für spielerische Kreativität.

 

Prof. Dr. Thomas Bauer: Warum es kein islamisches Mittelalter gab - Das Erbe der Antike und der Orient.
Freitag, 15. Januar 2021, 19.30 bis 21 Uhr

Dem Islam wird gerne vorgeworfen, er sei im Mittelalter stecken geblieben. Was aber, wenn es gar kein islamisches Mittelalter gab? Thomas Bauer zeigt an zahlreichen Beispielen, wie in der islamischen Welt die antike Zivilisation mit florierenden Städten und Wissenschaften weiterlebte, während im mittelalterlichen Europa nur noch Ruinen an eine untergegangene Kultur erinnerten.

Jahrhundertelang waren im Orient die antiken Städte lebendig, mit Bädern, Kirchen, Moscheen und anderen steinernen Großbauten, während sie in Europa zu Ruinen verfielen. Ärzte führten die Medizin Galens fort, Naturwissenschaften und Liebesdichtung blühten auf. Kupfermünzen, Dachziegel, Glas: Im Alltag des Orients gab es lauter antike Errungenschaften, die Mitteleuropäer erst zu Beginn der Neuzeit (wieder) neu entdeckten. Thomas Bauer schildert in dem Vortrag, wie die antike Kultur von al-Andalus über Nordafrika und Syrien bis Persien fortlebte und warum das 11. Jahrhundert in ganz Eurasien, vom Hindukusch bis Westeuropa, eine Zäsur bildet, auf die in der islamischen Welt bald die Neuzeit folgte. Er widerlegt damit überzeugend die eingespielten Epochengrenzen und rückt eingefahrene Sichtweisen auf Orient und Okzident zurecht.

Thomas Bauer ist Professor für Arabistik und einer der besten Islamwissenschaftler. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat ihn 2013 mit dem renommierten Leibniz-Preis ausgezeichnet. Zuletzt ist von ihm bei C.H. Beck das Buch „Warum es kein islamisches Mittelalter gab. Das Erbe der Antike und der Orient“ erschienen.

vhs wissen.live

Die Initiative zur Online-Vortragsreihe „vhs wissen.live – das digitale Wissenschaftsprogramm“ geht zurück auf die Volkshochschule im Landkreis Erding und die Volkshochschule SüdOst im Landkreis München. Die Angebote laufen auch im Rahmen des aktuellen VHS-Programms weiter und sind zurzeit gebührenfrei.