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Familienpolitik: Jugendamt arbeitet präventiv
Das Abschlusszertifikat für die erfolgreiche Teilnahme überreichten Prof. Dr. Sören Petermann (Ruhr-Universität Bochum, rechts) und Kursleiterin Dr. Angelika Engelbert (ZEFIR, links) an Klaus Peveling (mitte).

17.12.2016 - In Wissenschaft und Politik setzt sich immer mehr die Erkenntnis durch, dass sich die Entwicklung von Kindern vor allem durch präventive Maßnahmen und Angebote positiv beeinflussen lässt. Dazu müssen sie früh einsetzen und ineinander übergehen. Eine Weiterbildung zum Thema „Prävention in der kommunalen Familienpolitik“ hat Klaus Peveling, Leiter des Fachbereichs Kinder, Jugend, Familie der Stadt Datteln, jetzt erfolgreich abgeschlossen und damit gute Voraussetzungen geschaffen, individuelle Lebenschancen und gesellschaftliche Entwicklungen in Datteln deutlich zu verbessern.

Foto: Das Abschlusszertifikat für die erfolgreiche Teilnahme überreichten Prof. Dr. Sören Petermann (Ruhr‐Universität Bochum, rechts) und Kursleiterin Dr. Angelika Engelbert (ZEFIR, links) an Klaus Peveling (mitte).

Klaus Peveling beschrieb in seiner Abschlusspräsentation die Präventionskette des Jugendamtes der Stadt Datteln unter dem Titel „Frühe Hilfen im Verbund“, bei der in Einzelfällen bereits vor der Geburt eines Kindes Müttern und Vätern Beratung und Unterstützung angeboten wird. Ergänzt wird das Gesamtpaket mit sozialräumlich abgestimmten Leistungen der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe. Dazu zählen unter anderem Erstbürgerbesuche, Betreuung in Tageseinrichtungen und Tagespflege, Angebote der Kinder- und Jugendarbeit sowie Schulsozialarbeit, Hilfen beim Übergang von der Schule ins Berufsleben.

Für Bürgermeister André Dora war die Teilnahme des Jugendamtsleiters auch deshalb wichtig, damit das Netzwerk familienpräventiver Leistungen bedarfsgerecht ergänzt werden kann. Dora ist bewusst, dass Prävention Chefsache ist. Deshalb möchte er sich zukünftig auch bei anstehenden Personal- und Organisationsplanungen am Leitbild einer familienfreundlichen Kommune orientieren. Ein solches Leitbild könnte nach entsprechender Konzeptentwicklung vom Rat der Stadt Datteln verabschiedet werden.

Verbesserte ämter- und fachbereichsübergreifende Zusammenarbeit

Wichtig ist, dass eine verbesserte ämter- und fachbereichsübergreifende Zusammenarbeit auch mit Bildungseinrichtungen und sozialen Dienstleistern (Schulen, Jobcenter etc.) aufgebaut und weiterentwickelt wird. Denn das ist eine wesentliche Voraussetzung für das gute Gelingen einer verbesserten gesellschaftlichen Teilhabe von Kindern aus allen sozialen Schichten.

Die vom nordrhein-westfälischen Familienministerium und vom Europäischen Sozialfonds geförderte Weiterbildungsmaßnahme hat Grundlagen- und Methodenwissen vermittelt und viele gute Beispiele aus der Praxis vorgestellt. Angesprochen waren Beschäftige in der Kommunalverwaltung und bei freien Trägern sowie Akteurinnen und Akteure, die mit der Planung, Steuerung und Gestaltung familiengerechter Rahmenbedingungen und mit der Koordination professioneller Netzwerke in diesem Bereich befasst sind. Der Kurs wurde vom Zentrum für interdisziplinäre Regionalforschung (ZEFIR) der sozialwissenschaftlichen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum angeboten.