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Sporthallen der Böckenheck- und Lohschule nach Ostern nutzbar
Das Bild zeigt das Rathaus der Stadt Datteln hinter einem Baum ohne Blätter.

9.12.2016 - Anfang August 2015 machte das Landesbauministerium die Stadtverwaltung darauf aufmerksam, dass es Probleme mit unterhängten Hallendecken geben kann. Nachdem ein Sachverständiger für Holzbau die Decken überprüft hatte, stellte sich heraus: Fünf Dattelner Hallen waren betroffen, mussten also saniert werden. Mittlerweile sind drei Hallen wieder benutzbar, die Böckenheck- und die Lohschulhalle werden voraussichtlich erst nach den Osterferien wieder einsatzbereit sein, weil die baulichen Gegebenheiten eine besondere Behandlung erfordern.

„Wir wissen, dass es für die Kinder selbstverständlich nicht befriedend sein kann, wenn der Sportunterricht über einen so langen Zeitraum ausfällt. Deshalb haben wir auch versucht, Ersatzräume und Termine für die Schülerinnen und Schüler zu besorgen“, sagt Klaus Boenigk, Sachgebietsleiter Gebäudewirtschaft, „leider war das nicht immer mit den Zeitplänen der Schulen in Einklang zu bringen.“

Decken in den 60er Jahren mit glattschaftigen Nägeln befestigt

Die abgehängten Decken der betroffenen Hallen sind in den 1960er Jahren mit glattschaftigen Nägeln erstellt worden. Es bestand also die Gefahr, dass Deckenteile abstürzen. Ein Ingenieurbüro musste zunächst ein Rückbau- und Entsorgungskonzept sowie die Ausschreibung erstellen, damit die Demontage der Decken einschließlich der aufliegenden künstlichen Mineralfasern durchgeführt werden konnte – selbstverständlich unter Einhaltung der technischen Regeln für Gefahrstoffe. Die Erstellung dieses Konzeptes und die Vergabe des Auftrags nahmen über vier Monate in Anspruch.

Eine Fachfirma wurde beauftragt, die über spezielle Kenntnisse in diesem Bereich verfügt. Nach Abschluss der Demontagearbeiten mussten die Hallen aufwendig feingereinigt werden. In drei Hallen wurden provisorisch die Beleuchtungsanlagen angebracht, damit sie schnellstmöglich freigegeben werden konnten. Diese Maßnahmen dauerten etwa sechs Monate.

Böckenheck- und Lohschule: komplizierte bauliche Verhältnisse

Leider war das in den Hallen der Böckenheck- und der Lohschule nicht möglich, da die baulichen Verhältnisse dort ungewöhnlich kompliziert sind. Das Dachtragwerk der Lohschule ist eine äußerst ungewöhnliche Konstruktion, die aus Fachwerk, Brettschichtholz und einem bogenförmigen Untergurt besteht. Der Stadtverwaltung lagen darüber hinaus keine statischen Angaben vor. Die Unterlagen über diese ungewöhnliche Konstruktion mussten aufwändig erstellt werden. Dazu waren Ausschreibungen erforderlich, damit beispielsweise ein Ingenieurbüro beauftragt werden konnte. Dafür gingen vier Monate ins Land. Weiterhin muss ein Prüfingenieur noch die gesamte Statik kontrollieren.

Arbeiten beginnen 2017

In der Lohschulhalle muss die komplette Dachkonstruktion einschließlich der abgehängten Decke instand gesetzt werden. Außerdem soll die Wärmedämmung gemäß Energieeinsparverordnung erneuert werden. Die anbietenden Unternehmen werden für die Ausschreibung vor Ort über die Statik der Gebäude und über die auszuführenden Arbeiten informiert. Erste Angebote erwartet die Stadtverwaltung im Januar bzw. Februar 2017, die ausführenden Arbeiten sollen Ende Februar bzw. Anfang März 2017 beginnen.

Brandschutzrechtliche Fragen mussten geklärt werden

Gleiches gilt für die Halle der Böckenheckschule, deren Dachstuhl aus einer so genannten Stahlbinderkonstruktion – eine Fachwerkkonstruktion mit Stahlprofilen –besteht. Bevor die Planungen fortgeführt werden konnten, mussten außerdem brandschutzrechtliche Fragen in Zusammenarbeit mit einem Sachverständigen geklärt werden, was etwa einen Monat gedauert hat. Weil in der Vergangenheit im Traufbereich häufiger Wasser eingedrungen ist, wird die Dachfläche der Halle zusätzlich verlängert. Mit dem Vorteil, dass die wasserführende Ebene weiter vom Gebäude entfernt liegt.

Die Abteilung Gebäudemanagement erwartet, dass für die Lohschulhalle Kosten von insgesamt 120.000 Euro anfallen werden, bis die Halle wieder einsatzbereit ist. Bei der weitaus größeren Halle der Böckenheckschule werden die voraussichtlichen Kosten auf 180.000 Euro geschätzt.