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"Der Einzelhandel muss das Einkaufen zum Erlebnis machen" - Vortrag der IHK und der Wirtschaftsförderung im Dorfschultenhof
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Das Bild zeigt von links: Christian Paasche (IHK), Bürgermeister André Dora, Wirtschaftsförderer Stefan Huxel und Kaufmann Bernard Homann.
Einleitungstext

6.8.2019 - Welche Strategien für den Einzelhandel versprechen mehr Kunden und gute Geschäfte? Diese Frage wusste Bernard Homann, Inhaber eines Fachgeschäfts, zu beantworten. Auf Einladung der IHK Nord Westfalen und der Wirtschaftsförderung gab der Dülmener im Dorfschultenhof Tipps und Erfahrungen an die rund 30 Gäste weiter.

Fortsetzungstext

Das Bild zeigt von links: Christian Paasche (IHK), Bürgermeister André Dora, Wirtschaftsförderer Stefan Huxel und Kaufmann Bernard Homann.

"Mann muss es einfach mal ausprobieren"

 Homann plädiert für den Einzelhandel, der Einkaufen zum Erlebnis macht. Der Dülmener demonstrierte anhand von Praxisbeispielen alltagsnah, wie Kaufleute und Dienstleister von Facebook, YouTube und anderen sozialen Medien profitieren können. Frei nach dem Motto: „Man muss es einfach mal ausprobieren“, gab der Einzelhändler als Botschaft mit auf den Weg.

Herausforderungen durch die digitale Zukunft

Das Internet verändert das Konsumverhalten der Menschen rasant. Komfortable Bestell- und Bezahlsysteme und Vergleichsportale machen es dem Verbraucher immer leichter, sich vorab zu informieren und auch online zu kaufen. Die digitale Zukunft stellt Händler, Handwerker, Gastronomen und Dienstleister vor große Herausforderungen.

Vom Warenversorger zum Erlebnisstore

Herausforderungen, die Referent Bernard Homann mit Leidenschaft angenommen hat. In der vierten Generation führt er das Fachgeschäft „Homann schenken-kochen-wohnen“ in Dülmen, das sich vom reinen Warenversorger immer mehr zu einem Erlebnis- und Eventkonzeptstore mit eigenem Online-Shop entwickelt hat.

Mehr Umsatz durch kaufende Kunden mit Kundenkarte

Seit über 20 Jahren bietet Homann seine Kundenkarte an und erzielt mittlerweile 60 Prozent seines Gesamtumsatzes über die Stammkunden. Die Kunden, die mindestens dreimal im Jahr persönlich angeschrieben werden, genießen exklusive Vorteile. Kaufende Kunden mit Kundenkarte sorgten für dreimal mehr Umsatz im Jahr als der „normale“ Kunde, sagt Homann.

Das Live-dabei-sein weckt das Interesse der Passanten

Über 15.000 Teilnehmer haben seit der Gründung im Jahr 2000 an den Kursen des Homann-Koch- und Backclubs teilgenommen. Und das bei laufendem Geschäft mitten im Laden. „Genau das macht es aus, das Live-dabei-sein, das Erleben. Das weckt auch das Interesse der Passanten“, berichtet Homann. Stets ist die Presse eingeladen; über soziale Medien wirbt er für seine Events. Über 4.000 aktive Mitglieder machten so rund 30 Prozent des Umsatzes im vergangenen Jahr aus. Die Vorteile für die Club-Mitglieder: Sie erhalten das Programm früher und werden gezielt zu ausgewählten Aktionen eingeladen.

Das Internet als Chance

Das Internet sieht Homann als Chance. Er bedient neben dem eigenen Online-Shop mit maximal rund 100 Artikeln auch die sozialen Medien und Portale wie Ebay, Amazon und Idealo. An diesem Abend im Dorfschultenhof ist er mit einem brandneuen Elektroroller im Verkaufswert von mehreren Tausend Euro da. „Den hatte ich gerade ins Internet eingestellt, als sich sofort eine Werbeagentur aus Frankfurt gemeldet hat, die den E-Roller unbedingt haben wollte. Ohne Internet hätte mich der Kunde nicht gefunden“, freut sich Homann.

"Jeden Tag leichter leben" als neues Konzept

Im Januar diesen Jahres startete mit Erfolg ein neues Konzept: Jeden Tag leichter leben, Lebensfreude by Homann. Entstanden ist ein Sortiments- und Dienstleistungskonzept  gemacht für Menschen mit Innovationslust, einem Handicap, Designblick oder Fitnessfaible. „Sie müssen sich immer wieder hinterfragen, neu erfinden und neue Artikel ins Sortiment aufnehmen, mit der Zeit und auf die Kunden eingehen. Warten Sie nicht auf wen anders, Sie müssen sich bewegen!“, sagt Homann.

Die 30 Zuhörerinnen und Zuhörer waren von dem kurzweiligen Vortrag sichtlich beeindruckt und ließen ihrer Kreativität beim anschließenden Imbiss freien Lauf. Eine Besucherin brachte es auf den Punkt: „Ich habe viele Ideen und Anregungen mitgenommen.“