Schulentwicklungsplanung

 

Gesamtschul-Kooperation: Städte setzen auf umfangreiche Informationen

23.3.2017 - Dirk Franke, Beigeordneter der Stadt Datteln, hat sich mit Olfens Bürgermeister Wilhelm Sendermann und der eigens installierten Planungsgruppe aus beiden Städten plus Vertretern der Schulleitung auf den Weg nach Xanten und Raesfeld gemacht, um sich eingehend über zwei bereits laufende Gesamtschulkooperationen zu informieren.

Das Bild zeigt eine Schultafel.
„Wir sind davon überzeugt, dass ein Teilstandort der Olfener Wolfhelm-Gesamtschule in Datteln für Schülerinnen und Schüler, Eltern und Städte in jeder Hinsicht zukunftsweisend ist. Deshalb arbeiten wir intensiv an den Grundlagen für diese Kooperation“, sagt Bürgermeister Wilhelm Sendermann.

Diskutiert wurden unter anderem Fragen zum Schülerbusverkehr, zur allgemeinen Kostenverteilung, zu den Auswirkungen zweier Schulstandorte auf das Lehrerkollegium sowie grundsätzliche Organisationsmöglichkeiten und auch verschiedene Gesamtschulkooperationsformen.

Anlassbezogener Schulentwicklungsplan ist in Arbeit

Diese Bereisung war ein weiterer Baustein der Planungsarbeiten. Ein anlassbezogener Schulentwicklungsplan (SEP) ist bereits in Arbeit, außerdem wird derzeit eine detaillierte, aber zunächst unverbindliche Meinungsumfrage unter den Eltern potenzieller Gesamtschüler in Datteln ausgewertet.

„Es ist uns wichtig, so viele Informationen wie möglich zu sammeln, und Lehrer, Eltern und Politik bei jedem Schritt mitzunehmen“, betont Wilhelm Sendermann. Eine Gesamtschulkooperation biete immense Vorteile für alle Beteiligten und sei im Hinblick auf abnehmende Schülerzahlen ein sinnvoller Schritt, die Zukunft der Wolfhelm-Gesamtschule in Olfen zu sichern.

Warum eine Kooperation?


Derzeit können 116 Kinder jährlich in vier Zügen an der Schule aufgenommen werden. Die Anmeldezahlen für die beliebte Olfener Gesamtschule überschreiten diese Zahl mit knapp 160 bei Weitem, wobei die einpendelnden Schülerinnen und Schüler in erster Linie aus Datteln kommen. Da die Aufnahmekriterien eine Bevorzugung nach Wohnsitz verbieten, gehören auch in jedem Jahr Olfener zu den abgelehnten Schülerinnen und Schülern. Würden die Dattelner Schülerinnen und Schüler aber zum Beispiel aufgrund einer Veränderung der Schullandschaft im Nachbarort wegbleiben, würde das die Gesamtschule in Olfen in Existenzgefahr bringen.

„Selbst, wenn jedes Jahr alle Viertklässler der Olfener Grundschule zur Gesamtschule wechseln würden, könnte eine vorgeschriebene 4-Zügigkeit nicht erreicht werden. Würde die Zügigkeit der Gesamtschule aber im Rahmen einer Kooperation auf sechs erhöht und auf zwei Standorte verteilt, erhöhte sich damit auch die Chance der Familien auf einen Gesamtschulplatz am Wohnort. Ablehnungen von Schülerinnen und Schülern aus dem eigenen Ort könnten so verringert werden“, erläutert Michaela Nietmann von der Stadt Olfen.

An einem Strang ziehen

„Das Wichtigste ist, dass Eltern, Lehrer, Schülerinnen und Schüler sowie die Politik an einem Strang ziehen, um auch für die folgenden Generationen hervorragende Bildung anbieten zu können“, sagt Bürgermeister André Dora. Für den Beigeordneten Dirk Franke hat der Besuch der beiden Gesamtschulkooperationen Xanten-Sonsbeck und Borken-Raesfeld gezeigt, „dass eine derartige Zusammenarbeit Früchte tragen kann. Immer unter der Voraussetzung, dass die individuellen Ansprüche der Standorte erfüllt werden.“

Für die geplante Gesamtschul-Kooperation Datteln-Olfen werden nun die Ergebnisse des SEP und der Meinungsumfrage unter den Eltern abgewartet, danach konkrete Lösungsmöglichkeiten gesucht bzw. verfeinert, um schließlich nach den Sommerferien gemeinsam eine Entscheidung über Ja oder Nein zu einem Gesamtschul-Teilstandort in Datteln ab dem Schuljahr 2018/2019 zu fällen.

Gesamtschul-Kooperation: Datteln und Olfen gehen wichtigen Schritt nach vorne

1.2.2017 - Zwei Städte und eine gemeinsame Wunschvorstellung, die nun konkrete Formen annehmen soll: Olfen und Datteln streben eine Gesamtschul-Kooperation an, die den Schulen und Schulträgern und vor allem den Schülerinnen und Schülern zu Gute kommen soll.
Ziel ist es, in Kooperation mit der Wolfhelmschule Olfen ein Gesamtschulangebot in Datteln zu installieren. Ein interkommunales, zukunftsweisendes Projekt, das angesichts des demografischen Wandels, Änderungen in der Schullandschaft und zunehmender Pendlerströme aus den Reihen der Schülerinnen und Schüler aus Sicht beider Städte notwendig und zugleich Erfolg versprechend ist.

Das Bild zeigt Stühle in einem Klassenzimmer.


„Wir haben eine Planungsgruppe installiert, die aus Vertretern der Städte Datteln und Olfen, der Wolfhelmschule und einer Moderatorin besteht, die seit einigen Monaten mit Hochdruck an den Voraussetzungen für die angestrebte Gesamtschul-Kooperation arbeitet“, sagt André Dora, Bürgermeister der Stadt Datteln.

Welche genauen Aufgabenfelder diese Planungsgruppe hat, wurde in einer gemeinsamen Schulausschusssitzung am 30. November 2016 in Datteln der Politik aus beiden Städten erläutert. Konkret wurde dabei angekündigt, einen anlassbezogenen Schulentwicklungsplan (SEP) in Auftrag zu geben. Dazu haben in der Zwischenzeit beide Städte gemeinsam das Unternehmen BIREGIO (Projektgruppe Bildung und Region) beauftragt.

„Ein solcher Schulentwicklungsplan soll allen Beteiligten konkrete Auskünfte über die Bevölkerungs- und Schülerzahlenentwicklung, Pendlerströme – rund ein Drittel der Schüler der Wolfhelmschule kommen aus Datteln – und notwendige Raumkonzeptionen geben. Außerdem soll er über Ganztagsunterricht und Inklusion informieren und Handlungsempfehlungen geben“, sagt der Olfener Bürgermeister Wilhelm Sendermann.

Nun gilt es, auf die Ergebnisse des Schulentwicklungsplans zu warten, der im Frühjahr im Entwurf vorliegen soll. Diese sollen dann mit der Wolfhelmschule, Eltern, Öffentlichkeit und Politik eingehend und mit genügend Zeit erörtert und diskutiert werden. Die Mitglieder der Planungsgruppe freuen sich auf eine fruchtbare und zielorientierte Zusammenarbeit im Sinne der Schullandschaft in der Region. Das bereits abgestimmte zeitliche Wunschziel ist ein Start der Kooperation zum Schuljahr 2018/2019.

Bestätigt sich, dass eine Kooperation sinnvoll ist, folgen weitere Arbeitsschritte wie die Beteiligung der Schulen und benachbarter Schulträger, die Ausarbeitung des pädagogischen Konzepts, die Erstellung eines Finanzkonzepts und einer Kooperationsvereinbarung. Umbaumaßnahmen und schulorganisatorische Maßnahmen müssten eingeleitet werden. Über diese Themen werden die politischen Gremien weiter beraten und beschließen.

Gesamtschule: Stadt nimmt Gespräche über eine Kooperation mit Olfen auf

12.2.2016 - Die Stadtverwaltung wird konkrete Beratungen mit der Stadt Olfen über eine eventuelle Kooperation für eine gemeinsame Gesamtschule aufnehmen. In diese Gespräche soll auch die Bezirksregierung einbezogen werden. Das hat der Rat der Stadt Datteln am 11. Februar 2016 beschlossen. Mit diesem Beschluss folgt der Rat der Empfehlung des Schulverwaltungsamts.

Das Bild vier Schülerinnen und Schüler.

Die Stadtverwaltung wird diese Gespräche nun aufnehmen, nachdem die Eltern bei einer Umfrage 2014 mit 51 Prozent gegen eine Sekundarschule gestimmt hatten. Damals hatten die Eltern bereits den Wunsch nach einer Gesamtschule geäußert. Fakt ist auch, dass zurzeit etwa 800 Schüler aus Datteln in anderen Städten unterrichtet werden, 293 davon in der Wolfhelm-Gesamtschule in Olfen.

Da die Gespräche über die Einrichtung einer Gesamtschule erst noch geführt werden, ist zurzeit nicht absehbar, wann diese Schulform in Datteln eröffnet werden kann. Mit mindestens zwei Jahren ist zu rechnen.

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