Bronzezeitliche Aufschüttungen in der Haard
Vor etwa dreitausend Jahren war es Sitte, die Toten unter einer großen Hügelaufschüttung zu bestatten; oft deutet die auffällige Lage an Wegen darauf hin, dass dort seit frühesten Zeiten Verbindungswege unterhalten wurden. In den Erdhügeln befinden sich meist Feuerbestattungen, also prähistorische Urnenbeisetzungen, zeitweise auch Körperbestattungen, bei denen einfache Holzsärge verwendet wurden.
Über die Glaubenswelt unserer bronzezeitlichen Vorfahren ist nichts überliefert. Als gesichert gilt aber, dass es bereits die Vorstellung von einem Leben nach dem Tod und einer letzten Reise in diese jen seitigen Gefilde gab. Die Toten wurden mit Grabbeigaben ausgestattet, die sie mit allem Lebensnotwendigen versorgen sollten: Neben Kleidung und Nahrungsmitteln waren dies Schmuck bei den Frauen und Waffen sowie Jagdgeräte bei den Männern - aus anderen Regionen ist bekannt, dass bei Kinderbestattungen einfaches Spielzeug ins Grab gelegt wurde. Einige dieser Hügelgräber - die unter Denkmalschutz stehen - wurden archäologischen Ausgrabungen unterzogen. Auch ohne wissenschaftlichen Sensationen wurde dabei bestätigt, dass unsere Heimatregion in vorgeschichtlicher Zeit eine ausgesprochene „Arme-Leute-Gegend“ gewesen sein muss. Allerdings wurde auf Schilder verzichtet, die auf diese Hügelgräber hinweisen, um keine Raubgräber anzulocken, die anderenorts schon wissenschaftlich wertvolle Befunde ruiniert haben, ohne dabei je auf das fieberhaft gesuchte Gold von Fürstengräbern gestoßen zu sein ... Denn in der Haard gibt es weder Gold noch Fürstengräber.
Bodendenkmäler wie die Hügelgräber in der Haard geben uns wichtige Informationen über längst vergangene Epochen, wenn sachkundige Fachwissenschaftler in diesen archäologischen Befunden „lesen“.
So können geübte Paläontologen mit heutigen Methoden selbst bei einer Feuerbestattung das Geschlecht und das ungefähre Alter des Toten ermitteln, während Pollenanalytiker und Dendrochronologen quasi im Labor nebenan die Jahreszeit - und unter glücklichen Fundumständen sogar das Jahr - der Bestattung ermitteln können.
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