Um 800
Die St.-Amandus-Kirche wird vermutlich auf dem früheren Königshof Hofstedde errichtet. Die im zweiten Weltkrieg schwer zerstörte Kirche wurde unter Einbeziehung des romanischen Glockenturms aus dem 12. Jahrhundert und der Umfassungsmauer der Apsis aus dem spätgotischen Vorgängerbau 1947 bis 1950 neu errichtet. Das Amanduskreuz aus Eichenholz (vermutlich aus dem 12. Jahrhundert) zeigt Christus als Triumphator über den Tod ohne Dornenkrone.
1147
Erste urkundliche Erwähnung Dattelns: Papst Eugen III. bestätigt der Abtei St. Heribert in Deutz am 17. Juni 1147, dass unter anderem die Kirche in Datteln ("in datlen ecclesiam") zu seinen Besitztümern gehört.
1332
Erste Erwähnung Horneburgs: Am 8. Januar 1332 wird nahe Horneburg ein Vertrag zur Übereignung eines Hofes am Stimberg auf das Stift Flaesheim abgeschlossen.
1410
Heinrich von Oer verliert seine Unabhängigkeit an den Erzbischof von Köln nach einer Belagerung der Horneburg. Er versucht wiederholt vergeblich, sich aus dieser Abhängigkeit zu befreien. Nach einer erneuten Belagerung muß er 1431 in einem Vertrag alle seine Besitzungen im Vest Recklinghausen endgültig an den Erzbischof von Köln abtreten. 1446 wird das ganze Vest mit der Horneburg vom Kölner Erzbischof an den Grafen Johann von Gemen als Pfand übergeben. Erst 130 Jahre später (1576) kann Erzbischof Salentin von Köln durch Rückzahlung der Pfandsumme das ganze Vest Recklinghausen wieder in Kölner Besitz zurückbringen. Auf der Horneburg befindet sich die vestische Oberkellnerei, die den Zehnten und die Zölle aus den landesherrlichen Gütern zu verwalten hat.
1588 - 1590
Die Horneburg als Sitz des Vestischen Kriminalgerichtes und des Gefängnisses ist der Schauplatz von mehreren Hexenprozessen und Hexenverbrennungen.
1646
Gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges läßt der französische Marschall Turenne die Horneburg niederbrennen. Die Hauptburg wird nicht erneuert, nur die Vorburg wird als schloßartiges Herrenhaus wieder aufgebaut und später als Verwaltungsgebäude genutzt. Die heutige Landstraße 51, die schon in der Römerzeit benutzt wird, erhält eine neue Bedeutung als Teilstück der reitenden Post auf der Strecke von Kleve - Wesel - Berlin - Memel. Bald nach der reitenden Post, die über Dorsten - Marl - Horneburg - Waltrop führt, richtet der Große Kurfürst auch eine Fahrpost ein, die regelmäßig ganz Preußen durchquert.
1809
Am 18. Juli 1809 wird auf dem Hofgrundstück des seit Jahrhunderten bestehenden Dorfschultenhofes ein neues Bauernhaus errichtet: ein dreischiffiges westfälisches Hallenhaus. Es beherbergt seit 1927 in mehreren Ausbaustufen museale Sammlungen. Seit 1969 trägt das Museum den Namen "Hermann-Grochtmann-Museum".
1873
Die ersten Vorboten der Süd-Nordwanderung des Steinkohlebergbaus erreichen den Dattelner Lipperaum: am 26.09.1873 werden in Hagem die ersten Steinkohlevorkommen entdeckt, nachdem bereits seit dem Vorjahr verschiedene Bohrlöcher niedergebracht worden waren.
1892 / 1899
Auch die Infrastruktur des noch immer vorwiegend agrarischen Dattelner Gebietes ändert sich, als am 11. August 1899 nach achtjähriger Bauzeit der Dortmund-Ems-Kanal durch Kaiser Wilhelm II. dem Verkehr übergeben wird. Die Arbeiten zum Ausbau des westfälischen Binnenwasserstraßennetzes locken die erste Welle zuwandernder Arbeiterfamilien an. Insbesondere in der Nähe der Großbaustelle des Schiffshebewerkes Henrichenburg in Waltrop, in der Dattelner Bauernschaft Meckinghoven, siedeln sich hinzugezogene Familien fest an. Dieser erste Wandel der Siedlungs- und Bevölkerungsstruktur führt auch zum Bau der ersten evangelischen Kirche Dattelns in unmittelbarer Nähe des Schiffshebewerkes sowie zur Gründung des Dominikanerklosters in Meckinghoven, das auch eine Volksschule einrichtet. Alfons Deitermann gründet 1899 seine Ziegelei und wird später zum "Pionier der Bauchemie".
1902
Der erste Spatenstich zu den Abteufungsarbeiten an der Schachtanlage Emscher-Lippe I/II markiert wenige Jahre später, am 1. September 1902, den eigentlichen Beginn der Bergbaugeschichte Dattelns. 1906 bzw. 1908 wird auf Emscher-Lippe I/II die Steinkohlenförderung aufgenommen. Der Bergbau bedingt bereits im ersten Jahrzehnt des Jahrhunderts eine starke Bevölkerungszunahme und verändert das Erscheinungsbild des Dorfes Datteln: Unmittelbar benachbart entsteht 1908 - 1912 die Krupp'sche Beisenkampsiedlung, eine "Kolonie", die dem Dorf an Größe nicht nachsteht. Auch hier gesellt sich schon 1910 die Josefkirche in Hagem hinzu.
1909
Am 14. September 1909 gab es den ersten Wochenmarkt in Datteln. Am 3. Dezember 1909 wird die "Sanitärkolonne vom roten Kreuz" gegründet, 6. April 1909 der TV Datteln 09.
1913
Die Neuansiedlung so vieler Arbeiterfamilien stellt auch die Verwaltung vor neue Probleme: an der Elisabethstraße entsteht 1912 - 1913 ein neues Amtshaus von für damalige Zeiten gigantischen Ausmaßen, da man, weitsichtig denkend, erkannt hat, dass weiteres Wachstum der aufstrebenden Industriegemeinde folgen wird. Auch die Infrastruktur der Verkehrswege und die Siedlungsstruktur werden unterdessen weiter verbessert: bereits 1905 erfolgt die Anbindung an das Eisenbahnnetz und die Eröffnung des - allerdings am Ortsrand gelegenen - Bahnhofes.
1914
1914 wird nach achtjähriger Bauzeit der Datteln-Hamm-Kanal, als weiterer Baustein zum späteren Kanalknotenpunkt Datteln, dem Verkehr übergeben. Und noch 1914, am Vorabend des Krieges, beginnen die Bauarbeiten zur zweiten größeren Bergarbeitersiedlung, der "Kolonie" im Dümmer.
1921
Datteln verändert sein Gesicht. Die Höttingsiedlung wird gebaut, der Neumarkt angelegt. Ab 1928 vergrößern die Walderseesiedlung und die Siedlung "Im Winkel" das Stadtgebiet.
1928
Das Preußische Staatsministerium erteilt der Gemeinde Datteln die Genehmigung zur Führung eines Wappens. Das Wappen zeigt einen weißen (silbernen) Ring im schwarzen Felde und ein schwarzes Kreuz im weißen (silbernen) Felde. Der Ring ist dem Siegel des Goswin Frydag de Datlen vom Jahre 1326 entnommen. Das Kreuz und die Farben Schwarz und Weiß stammen aus dem kurköllnischen Wappen des Vestes Recklinghausen.
1930
Der Wesel-Datteln-Kanal wird eröffnet. Die neue Kokerei der Zeche Emscher-Lippe nimmt ihre Arbeit auf.
1936
Mit Erlaß des Herrn Oberpräsidenten der Provinz Westfalen vom 20. April 1936 erhält die Gemeinde Datteln aufgrund ihrer Größe, wirtschaftlichen Bedeutung, der Verkehrslage, der kulturellen und sozialen Einrichtungen und des städtischen Gepräges das Recht, die Bezeichnung "Stadt" zu führen.
1939
Die Städtische Volksbücherei wird eröffnet als Vorläuferin der heutigen Stadtbücherei.
1945
Luftangriffe auf Datteln hinterlassen schwere Schäden im Stadtgebiet, u.a. wird die St. Amanduskirche zerstört. Sämtliche Brücken werden gesprengt.
1946
Mit Unterstützung der englischen Besatzungsmacht wird ein Erholungsheim für Bergmannskinder eröffnet, aus dem sich später die Vestische Kinder- und Jugendklinik entwickelt.
1949 - 1952
Datteln wächst weiter. Die Hachhausener Siedlung und die Möllerskampsiedlung werden gebaut.
1957
Das Amt Datteln besteht 100 Jahre. Aus diesem Anlaß wird ihm vom Innenminister des Landes NRW ein eigenes Amtswappen verliehen. Es zeigt im schwarzen Feld einen schrägen silbernen (weißen) Zwillingsbalken, einen silbernen (weißen) Ring und ein goldenes (gelbes) Eichenblatt.
1965
Der Amtsverband Datteln wird aufgelöst. Oer-Erkenschwick wird selbständige Gemeinde mit eigener Stadtverwaltung. Die Gemeinden Ahsen und Flaesheim bilden mit der Stadt eine Verwaltungsgemeinschaft.
1968
Die Wirtschaftsstruktur Dattelns beginnt sich zu ändern. Im Ortsteil Meckinghoven siedelt sich mit der Firma Ruhr-Zink eine Zinkelektrolyse an, 1971 folgt das Zinkwalzwerk der Firma Rheinzink.
1971
Eine große Tradition geht zu Ende. Die Zeche Emscher-Lippe wird geschlossen. Erst im Jahre 1983 wird Datteln wieder Bergbaustadt. Im Rahmen der Nordwanderung des Bergbaues wird der Schacht "An der Haard 1" als neue, moderne Schachtanlage "im Grünen" in Betrieb genommen.
1974
Das neue St.-Vincenz-Krankenhaus wird als Schwerpunktkrankenhaus mit modernster technischer Ausstattung eingeweiht. Nach Fertigstellung eines zweiten Bauabschnitts 1979 stehen 371 Betten zur Verfügung.
1975
Im Rahmen der kommunalen Neugliederung werden die Gemeinden Ahsen und Horneburg nach Datteln eingemeindet. Im "neuen" Datteln leben nun 38.050 Einwohner.
1977
Der Bahnhof Datteln wird stillgelegt.
1984
Der Ortsteil Horneburg feiert das 600-jährige Bestehen seines Schlosses.
1991
Die Zechenbrache Emscher-Lippe 1/2 wird neu genutzt. Die ersten Gewerbebetriebe siedeln sich an.
1994
Die Vestische Kinder- und Jugendklinik wird Universitätsklinik. Gemeinsam mit dem St.-Vincenz-Krankenhaus wird ein Perinatalzentrum eingerichtet.
1997
850 Jahre Datteln: Die Stadt feiert mit großem Programm das Jubiläumsjahr 1997.
1999
Die Firma Deitermann, einer der größten Arbeitgeber in Datteln, feiert 100-jähriges Bestehen.
2008
Die Firma Ruhrzink feiert ihr 40-jähriges Bestehen
2009
Die Firma Ruhrzink wird von der Muttergesellschaft GEA stillgelegt